Groß und sperrig: Dürfen Lastenräder auf Anwohnerparkplätzen stehen?

Lastenräder dürfen auch auf Kfz-Stellplätzen stehen – sogar in den Anwohnerparkzonen.
Lastenräder dürfen auch auf Kfz-Stellplätzen stehen – sogar in den Anwohnerparkzonen.

Sie sind eine echte Alternative zum Auto in der Großstadt: Lastenräder. Ob beim Einkaufen, um Staus zu vermeiden oder die Kinder in die Kita zu bringen – Lastenräder schonen die Umwelt und sind gleichzeitig gut für die Gesundheit. Am Ziel angekommen, stellt sich den Benutzern aber oft die gleiche Frage wie allen Autofahrern: Wo parken? Interessant wird es dann in Hamburgs Anwohnerparkzonen.

Grundsätzlich gilt erst einmal: Alle Fahrräder, darunter fallen auch Lastenräder, dürfen laut der Straßenverkehrsordnung (STVO) auf dem Gehweg stehen. Sie dürfen dort nur nicht so abgestellt werden, dass Fußgänger dadurch behindert werden.

Hamburg: Wo darf ich mein Lastenrad abstellen?

Fahrräder – also auch Lastenräder – gelten rechtlich als Fahrzeuge und dürfen deshalb auch am Fahrbahnrad parken. Laut der STVO müssen sie aber in der Dunkelheit beleuchtet sein. Dieses Recht stand im Rahmen der großen STVO-Novelle im Sommer 2019 auf der Kippe, nach der Fahrräder „außerhalb von Seitenstreifen und Fahrbahnen“ abgestellt werden sollten. Das wurde vom Bundesrat jedoch gekippt.

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Was bedeutet das aber innerhalb der Bewohnerparkzonen in Hamburg, die sich immer großflächiger über das Stadtgebiet ausbreiten? Anwohner können hier gegen Gebühr einen Anwohnerparkausweis beantragen, um ihr Auto weiterhin ohne Zeitlimit dort abzustellen. Nicht-Anwohner müssen eine Parkgebühr zahlen und dürfen höchstens drei Stunden parken.

Hamburg: Dürfen Lastenräder auf Anwohnerparkplätze?

Bleibt die Frage nach den Lastenrädern, die zum Beispiel in der Anwohnerparkzone der Bellealliancestraße in Eimsbüttel weiterhin auf den jetzt gebührenpflichtigen Parkplätzen stehen – zum Unmut einiger Bewohner. Wie die Verkehrsbehörde auf MOPO-Nachfrage erklärt, gilt die Gebührenpflicht grundsätzlich nur für Kraftfahrzeuge, wozu Lastenräder nicht gehören. „Diese können somit gebührenfrei auf Parkständen abgestellt werden“, sagt Sprecher Dennis Krämer.

In der Hartungstraße in Eimsbüttel gibt es schon Parkplätze speziell für Lastenräder.
In der Hartungstraße in Rotherbaum gibt es schon Parkplätze speziell für Lastenräder.

Seit April 2020 gibt es zudem ein eigenes Symbol für Cargo-Bikes, dieses ermöglicht unter anderem spezielle Park- und Lademöglichkeiten für Lastenräder. Laut Bezirkssprecher Mike Schlink gibt es in Altona davon bereits vier: In der Großen Bergstraße, am Schulterblatt, am Neuen Pferdemarkt und in der Schanzenstraße.

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Der Bezirk wolle das weiter ausbauen. Nach Antrag der Altonaer Grünen sind auch Lastenrad-Parkplätze in der berüchtigten Waitzstraße in Planung. Weitere befinden sich in der Schlüter- und der Hartungstraße (Rotherbaum).

Hier plant Hamburg überall Fahrradparkplätze

Die Verkehrsbehörde will Lastenrad-Parkplätze bei der Umsetzung von „neuen Wohnungsbauprojekten sowie bezirklichen Entwicklungskonzepten“ berücksichtigen. „Im Mobilitätskonzept für die neuen Wohnprojekte Oberbillwerder mit insgesamt 16.845 Fahrradstellplätzen und den Grasbrook werden ebenfalls Lastenradstelllplätze mitgedacht“, so Krämer. Gleiches gelte für die Quartiere Reiherstiegviertel in Wilhelmsburg und das Komponistenviertel in Barmbek.