Mit Gottes Segen: Neues Restaurant in Hamburg – „Ich wollte keine Hummer mehr töten“
Marc Muellers Hochzeit ist schuld daran, dass Hamburg eine neue Top-Adresse für Freunde pflanzlicher Gerichte hat. Der einstige Sternekoch hat auf dem Gelände der Stellinger Kirche das „Pastorale“ eröffnet. Tagsüber Café mit Mittagstisch, ab 11. März abends eine Gemüseküche für Gourmets.
Der Pastor hatte Marc Mueller gefragt, ob er jemanden wüsste, der das ehemalige Kirchencafé betreiben könnte. Der 52-Jährige hatte eine Idee und übernahm selbst. Da ist es nun, das kulinarische Kleinod mit 16 Plätzen unweit der Kieler Straße. Holz am Boden und an der Wand, eine große Fensterfront mit tollem Blick ins Grüne – skandinavisches Flair, das für Wohlbehagen sorgt. Und passend zum Ort kommt abends das „Cena di Marc Mueller“ auf den Tisch, das kulinarische Abendmahl des Spitzenkochs. Halleluja.
Die Gerichte im „Pastorale“ sind italienisch inspiriert
Marc Mueller ist kein Freund der Show, seine Gerichte kommen ohne Brimborium aus, überzeugen durch ihre Zutaten. Eine minimalistische Aroma-Küche, durch die der Abruzzen beeinflusst – oder wie Mueller sagt, „ästhetische Einfachheit. Italienisch inspiriert, ein bisschen nordisch, ein bisschen asiatisch.“ Und alles ohne Fleisch. Denn im „Pastorale“ wird vegetarisch oder vegan aufgetischt. „Ich hatte keine Lust mehr auf Fisch und Fleisch“, sagt er, „und wollte keine Hummer mehr töten.“ Klar, für mich eine großartige Einstellung.
Die Pasta Mezze Maniche ist eins der Gerichte aus dem Eröffnungsmenü, das es ab 11. März zwei Wochen lang für 39 Euro (danach 59) gibt. Kurze Röhrennudeln und eine Reduktion aus Tomaten, so lange gekocht, bis eine Creme übrig bleibt – satt im Geschmack, einfach großartig. Dazu ein Chardonnay vom italienischen Familienweingut Agricola Molino in Treiso (Piemont). So geht es weiter beim Testessen für diese Kolumne. Es gibt Rote Bete mit Stroh aus Shiso-Blättern, ein asiatisches Gewürzkraut. Fruchtig und erdig zugleich.
Das Gericht kam nicht von ungefähr auf den Tisch. Rote Bete gehört zu Muellers Lieblingsgemüsen. „Auch Blumenkohl. Oder Spargel“, den wird es in der Saison natürlich auch auf der Karte geben. Marc Mueller kocht aus tiefer Überzeugung mit dem, was Acker und Garten hergeben. „Ich liebe Gemüse“, sagt er. „Deswegen mache ich eine pflanzliche Spitzenküche mit Gemüse und Getreide.“
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Wer kein Menü möchte, kann auch à la carte bestellen. Dort findet sich ein Risotto mit Plankton, Bergamotte (Zitrusfrucht), Fenchel und Mandel. Klingt ziemlich spannend – ich werde wiederkommen.
„Pastorale“: Molkenbuhrstraße 8 (Stellingen), Di-Fr 11-17 Uhr, Sa 9.30-15 Uhr, ab 11.3. auch abends, www.pastorale-hamburg.de