Hamburg

Mit dem Rauchen aufhören und länger leben? So klappt es bestimmt

Rauchentwöhnung
Sie haben sich vorgenommen, endlich von der Zigarette loszukommen? Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung helfen Ihnen dabei, diesen guten Vorsatz auch in die Tat umzusetzen.

Wie komme ich endlich los von den Kippen? Zum Jahresanfang hat sich so mancher diese Frage gestellt. Daher kam die MOPO-Telefonaktion zum Thema Rauchentwöhnung genau zum richtigen Zeitpunkt. Hunderte Leser nutzten die Gelegenheit, sich bei Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Rat zu holen. Hier eine Auswahl der am häufigsten gestellten Fragen – und was die Experten dazu zu sagen hatten. Die wichtigste Information: Wer es schafft, von der Zigarette loszukommen, hat die Chance auf ein deutlich längeres Leben.

Seit über 20 Jahren rauche ich. Inzwischen kostet die Packung mehr als doppelt so viel wie damals. Gibt es Kurse im Internet, die wirklich bei der Entwöhnung helfen?

Ja, Sie können zum Beispiel das Rauchfrei-Programm der BZgA kostenlos nutzen (siehe unten). Sie werden über 21 Tage bei Ihrem Ausstieg begleitet. Sie erhalten regelmäßig eine Erfolgsstatistik, die Ihnen auch vor Augen führt, wieviel Geld sie durch die nicht gerauchten Zigaretten sparen.

Silvestervorsatz
Im neuen Jahr endlich mit dem Rauchen aufhören, das nehmen sich viele vor.

Ich will jetzt weg von den Kippen. Wie kriege ich das hin?

Legen Sie innerhalb der nächsten zehn Tage Ihren Stopp-Tag fest. Bis dahin achten Sie darauf, in welchen Situationen Sie rauchen, zum Beispiel gleich nach dem Aufstehen. Nun überlegen Sie, wie man diese Situationen verändern kann. Nach dem Aufstehen könnten Sie zum Beispiel einen Apfel essen, wechselwarm duschen, für ein paar Minuten raus an die frische Luft gehen oder sich ein belebendes Getränk zubereiten. Am besten, Sie schreiben sich die Alternativen für die jeweilige Situation auf. Dann sind sie zur Hand, wenn‘s ernst wird.

Konzentration ist auch ohne Nikotin möglich

Ich will ja aufhören, aber die Zigarette hilft mir, mich bei der Arbeit besser zu konzentrieren …

Rauchen kann zunächst wirklich eine höhere Aufmerksamkeit bewirken. Diese Wirkung lässt aber schnell nach. Sie geraten dann durch die Gewöhnung an das Nikotin in eine Art „Unterversorgung“. Die beheben Sie,

indem Sie wieder rauchen und erleben das als Leistungssteigerung. Wenn Sie diesen Teufelskreis durchbrechen, ist nach einer gewissen Zeit Konzentration auch ohne Nikotin wieder möglich.

Meine Frau meint, ich müsse alle Zigaretten gleich wegschmeißen, wenn ich aufhören will zu rauchen. Muss das sein?

Ja, entsorgen Sie alle Zigaretten, Aschenbecher und Feuerzeuge, die noch zu Hause, im Büro oder im Auto herumliegen. „Notfall-Zigaretten“ aufzubewahren, ist keine gute Idee. Wenn Zigaretten leicht verfügbar sind, ist es wahrscheinlicher, dass man sie auch raucht.

Meine Tochter bekniet mich, ich soll wegen der Gesundheit nicht mehr rauchen. Aber so viele Raucher sind doch steinalt geworden. Siehe Helmut Schmidt …

Ja, es gibt solche Ausnahmen. Fakt ist aber, dass für etwa ein Fünftel aller Krebserkrankungen das Rauchen direkt verantwortlich ist. Auch Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Schlaganfälle und chronische Bronchitis lassen sich häufig auf das Rauchen zurückführen. Nachgewiesen wurde, dass starke Raucher nicht nur eine schlechtere Lebensqualität haben, sondern im Durchschnitt auch zehn Jahre früher sterben.

Hier finden Sie ein offenes Ohr, wenn ein Rückfall droht

Ich hatte schon zweimal versucht, aufzuhören, war dann aber so schlecht drauf, dass ich abgebrochen habe. Was könnte ich tun, damit ich durchhalte?

Organisieren Sie sich jede Freude, die Sie bekommen können. Tun Sie viele Dinge, die Ihnen schon immer großen Spaß gemacht haben. Buddeln Sie ein Hobby aus, treffen Sie Freunde, bewegen Sie sich an frischer Luft, verwöhnen Sie sich mit Sauna, leckerem Essen, guten Büchern, spannenden Filmen. Wenn es brenzlig wird – im Chat oder Forum unter www.rauchfrei-info.de finden Sie immer ein offenes Ohr.

Meine Frau meint, ich solle die Entwöhnung noch einmal angehen. Aber ich bin über 60 und habe es schon so oft erfolglos versucht. Das hat doch keinen Zweck mehr, oder?

Doch, denn die meisten benötigen mehrere Anläufe. Die Entwöhnung lohnt sich zu jedem Zeitpunkt im Leben. Auch Rauchende über 60 können mit einem Rauchstopp im Schnitt noch bis zu vier Lebensjahre hinzugewinnen.

Gerade hat mir mein Enkel (13) erzählt, dass er geraucht hat, weil das ja alle machen. Kann ich etwas tun, damit er nicht an den Kippen hängenbleibt?

Mit ihm reden und Vorbild sein! Wer Eltern oder Großeltern hat, die rauchen, fängt auch selbst eher damit an. Vielleicht hilft es Ihnen zu wissen, dass nach einer aktuellen Erhebung nur etwa sechs Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland rauchen. Oft haben Jugendliche dazu eine verzerrte Wahrnehmung.

Hier einige nützliche Informationen für alle, die mit dem Rauchen aufhören wollen

– Wer mit dem Rauchen aufhören will, kann sich von der BZgA kostenlos beraten lassen: Tel. 0800/831 31 31 Mo-Do. 10-22 Uhr, Fr-So. 10-18 Uhr

– Ein Rauchfrei-Start-Paket der BZgA erhalten Sie kostenlos per E-Mail: order@bzga.de,

per Post: BZgA, 50819 Köln, per Fax: 0221/8992257

– Infos und Ausstiegsprogramm: www.rauchfrei-info.de

– Kurse in Wohnortnähe www.anbieter-raucherberatung.de

Wie komme ich endlich los von den Kippen? Zum Jahresanfang hat sich so mancher diese Frage gestellt. Daher kam die MOPO-Telefonaktion zum Thema Rauchentwöhnung genau zum richtigen Zeitpunkt. Hunderte Leser nutzten die Gelegenheit, sich bei Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Rat zu holen. Hier eine Auswahl der am häufigsten gestellten Fragen – und was die Experten dazu zu sagen hatten. Die wichtigste Information: Wer es schafft, von der Zigarette loszukommen, hat die Chance auf ein deutlich längeres Leben.

Seit über 20 Jahren rauche ich. Inzwischen kostet die Packung mehr als doppelt so viel wie damals. Gibt es Kurse im Internet, die wirklich bei der Entwöhnung helfen?