Deutschlands wohl älteste Kassiererin Hannelore Labitzke arbeitet seit 45 Jahren bei Budni an der Kasse – dafür gab es eine Gratulation von Firmen-Chef Christoph Wöhlke.

Deutschlands wohl älteste Kassiererin Hannelore Labitzke arbeitet seit 45 Jahren bei Budni an der Kasse – dafür gab es eine Gratulation von Firmen-Chef Christoph Wöhlke. Foto: Heike Ross/budni

Mit 90 noch an der Kasse: Warum Hannelore weiter arbeitet

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Jeden Donnerstagmorgen schwingt sich Hannelore Labitzke auf ihr Fahrrad und fährt zur Arbeit. Nicht, weil sie muss – sondern weil sie will. Mit 90 Jahren sitzt sie noch immer an der Kasse eines Budni-Drogeriemarkts im Alstertal-Einkaufszentrum. Damit gilt sie als wahrscheinlich älteste Kassiererin Deutschlands.

Viele in ihrem Alter genießen längst den Ruhestand. Die 90-jährige Hannelore Labitzke dagegen setzt auf Begegnungen statt Stillstand. „Ich bin nur hier, weil es Spaß macht – andere Gründe gibt es nicht“, sagt sie in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Wer donnerstags bei Budni im Alstertal-Einkaufszentrum einkaufen geht, kennt sie oft schon: Stammkunden planen ihren Besuch gezielt an diesem Tag, weil dann „Lala“, wie sie im Team genannt wird, Dienst hat.

Mit 90 an der Kasse: Vertrautes Gesicht für Generationen

Seit 45 Jahren begrüßt sie Kunden mit einem freundlichen „Einen schönen guten Tag“. Ein einfaches „Hallo“ wäre ihr zu wenig.

Über die Jahre hat sie ganze Familien begleitet – die Kinder von früher stehen heute als Erwachsene vor ihr. Labitzke spricht nicht von „Arbeit“, sondern von „ihrem Laden“. Schon immer ist sie in derselben Filiale tätig, hat Umzüge miterlebt und Veränderungen begleitet. Früher kannte sie sogar alle internen Kurznummern auswendig.

Dabei hatte sie schon vor ihrer Zeit an der Kasse ein bewegtes Berufsleben: Gemeinsam mit ihrem Mann führte sie eine Tankstelle und ein Taxiunternehmen. Heute gehört ihr Schrebergarten zum Alltag – und fast immer eine Banane in der Tasche, wenn sie zur Schicht fährt.

Für ihre Kollegen ist sie „Mutter der Kompanie“

Wenn Nachbarn sie im Garten sehen, höre sie manchmal: „Du Arme, musst morgen wieder arbeiten.“ Dann lächelt sie nur. Müssen? Nein. Wollen? Ja. „Ich muss nicht arbeiten. Ich will“, sagt sie – ein Satz, der inzwischen fast zu ihrem Markenzeichen geworden ist. Ein Grund dafür ist auch die Belegschaft: Kollege Thomas Schurich nannte sie bei einem MOPO-Interview die „Mutter der Kompanie“. Sie sei ein richtig „guter Kumpel“.

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Für viele Kunden und Kollegen ist sie längst mehr als nur eine Kassiererin. Sie gehört zum Viertel, zum Alltag, zur Routine. Ein kurzer Plausch, ein freundlicher Blick, ein bisschen Wärme im manchmal hektischen Einkaufsleben. Und solange sie donnerstags noch aufs Rad steigen kann, will sie weitermachen.

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