„Miniatur Wunderland” wirbt für Olympia – und plötzlich ist die Aufregung groß
Das Hamburger Miniatur Wunderland hat sich öffentlich für Olympische Spiele in Hamburg ausgesprochen. In den sozialen Medien stößt das auf gemischte Reaktionen. Kritiker verweisen unter anderem auf mögliche Kosten, Sicherheitsfragen und die Vereinbarkeit mit den Klimazielen der Stadt. Auf Anfrage der MOPO äußerte sich Mitgründer Frederik Braun zu der Debatte.
Unter einem Facebook-Beitrag des Miniatur Wunderlands wird derzeit kontrovers über eine mögliche Hamburger Olympia-Bewerbung diskutiert. Das Unternehmen hatte sich darin grundsätzlich positiv zu Olympischen Spielen in Hamburg geäußert. In dem Beitrag heißt es unter anderem, man würde sich freuen, wenn die Spiele in Deutschland und idealerweise in Hamburg stattfinden würden. Zur Begründung verweist das Unternehmen auf aus seiner Sicht fehlenden gesellschaftlichen Optimismus.
Kritik an Kosten und politischer Haltung
Das Miniatur Wunderland argumentiert zudem, Hamburg könne wirtschaftlich und gesellschaftlich von Olympischen Spielen profitieren. Außerdem verweist das Unternehmen darauf, dass die Parteien der demokratischen Mitte die Bewerbung unterstützen.
In den Kommentaren äußern Nutzer vor allem Bedenken zu den möglichen Kosten der Spiele und zur Finanzierung durch öffentliche Gelder. Andere verweisen auf Sicherheitsfragen oder halten eine Olympia-Bewerbung angesichts anderer gesellschaftlicher Probleme für das falsche Signal. Vereinzelt wurde die Debatte auch politisch zugespitzt geführt. Plumpe Schlussfolgerungen wie diese finden sich auch: „Also muss ich AfD wählen. Danke für die Entscheidungshilfe.“
Ein Teil der Nutzer kritisiert zudem grundsätzlich, dass sich Unternehmen öffentlich zu politischen oder gesellschaftlichen Themen positionieren. Das Miniatur Wunderland hatte sich bereits in der Vergangenheit mehrfach zu politischen Debatten geäußert. So sprach sich das Unternehmen etwa gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump aus.
Miniatur Wunderland bezieht Stellung
Auf Nachfrage der MOPO äußert sich Frederik Braun, Mitgründer des Miniatur Wunderlands. Der Unternehmer spricht sich für Olympia aus, so wie es das Unternehmen bereits 2015 tat, betont er. Hamburg würde durch Olympia endlich auf der Weltkarte stattfinden, so der Unternehmer. Olympia in Hamburg würde nicht nur bedeuten, dass mehr Firmen hier Fuß fassen wollen, sondern auch, dass die Universitäten wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen würden. Wenn die Stadt bereit ist, Mut zu beweisen. „Hamburg würde nicht so erfolgreich sein, wenn frühere Generationen immer so viele Ängste gehabt hätten wie aktuell.“
Braun zeigte sich von den kritischen Reaktionen in sozialen Medien nicht überrascht. Diskussionen auf Plattformen wie Facebook würden häufig emotional geführt, sagte er. Neben kritischen Stimmen gab es unter dem Beitrag allerdings auch Unterstützung für eine Hamburger Olympia-Bewerbung: „Wenn es eine Metropole in Deutschland schafft, Olympia auszurichten, dann Hamburg, wer sonst?“ oder auch „Ich bin dafür!“.
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Braun ist offen für sachliche Diskussionen und versteht auch, wenn Menschen anderer Meinung sind. Trotzdem ist er optimistisch. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, glaubt er. So sei er damals auch in die Firmengründung gegangen. Trotz Gegenwind habe sein Optimismus ihn beflügelt.
Mit Blick auf Klimaschutz und Infrastruktur verweist Braun auf mögliche technologische Entwicklungen in den kommenden Jahren. Zugleich appelliert er daran, sich intensiver mit den bisherigen Olympia-Konzepten auseinanderzusetzen. Der anstehende Volksentscheid sei eine wichtige Möglichkeit für die Bürger, über die Bewerbung mitzuentscheiden.