Hamburg

Miete für geförderte Neubau-Wohnungen in Hamburg steigt deutlich – das ist der Grund

Saga Reihenhäuser Fischbeker Heidbrook
Die Reihenhäuser der SAGA im Fischbeker Heidbrook in Harburg. Mittlerweile sind die meisten Gebäude fertig gebaut (Archivbild).

Im beliebten Neubaugebiet Fischbeker Heidbrook realisiert die SAGA gerade die letzten 90 Wohneinheiten. Doch bei einigen Interessenten ist die Enttäuschung groß, denn die geförderten Wohnungen kosten plötzlich deutlich mehr, als früher einmal von der SAGA angekündigt. Der Grund betrifft alle geförderten Neubau-Wohnungen der Stadt.

Das schöne neue Wohngebiet Fischbeker Heidbrook im Bezirk Harburg ist bereits seit einigen Jahren bezogen. Doch es gab immer noch einige Baulücken, weil ein Investor Probleme bekam. Die SAGA springt dort nun ein und kauft die fertiggestellten Gebäude vom Projektentwickler an. Die ersten Wohnungen sind für Juli und August vergeben worden, die weiteren folgen zum Jahresende. Doch sie sind teurer als erwartet und das wird bei allen geförderten Neubauwohnungen in Hamburg in diesem Jahr der Fall sein.

Die Wohnungen entstehen mit staatlicher Förderung im zweiten Förderweg. Im Herbst 2025 hatte die SAGA der MOPO noch einen Quadratmeterpreis von 9,10 Euro genannt. Inzwischen sind die Bauarbeiten weitgehend abgeschlossen, die Kräne verschwunden und die ersten Wohnungen über Immobilienportale angeboten worden.

Mietpreise für geförderte Wohnungen steigen in Hamburg

Viele Interessenten, die sich bereits für die Wohnungen vormerken ließen, sind nun enttäuscht. Statt der ursprünglich genannten 9,10 Euro pro Quadratmeter werden jetzt 9,99 Euro verlangt. So wurde eine Maisonettewohnung mit 94,38 Quadratmetern für 942,96 Euro kalt beziehungsweise 1292 Euro warm angeboten.

So sollen die günstigen SAGA-Reihenhäsuer einmal aussehen.

Die MOPO fragte bei der SAGA nach, warum die Quadratmeterpreise nun höher ausfallen als zunächst angekündigt. SAGA-Sprecher Gunnar Gläser erklärt: „Das Bauvorhaben umfasst vier Bauabschnitte mit unterschiedlichen Fertigstellungsterminen, sodass vom Investor beziehungsweise Verkäufer jeweils ein gesonderter Förderantrag gestellt wurde. Die jeweiligen Anfangsmieten entsprechen den zum Zeitpunkt der Förderzusage geltenden Bedingungen.“

IFB bestimmt mit Förderzusage den Mietpreis

Festgelegt werden die Mieten nicht von der SAGA oder anderen Wohnungsunternehmen, sondern von der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB). Auf MOPO-Anfrage erklärte die IFB, dass die Anfangsmiete im zweiten Förderweg seit diesem Jahr bei 9,99 Euro pro Quadratmeter liegt.

Wäre die Förderzusage bereits im vergangenen Jahr erteilt worden, hätte die Anfangsmiete bei 9,35 Euro gelegen, ein Jahr zuvor sogar noch bei 9,10 Euro. Maßgeblich ist der Zeitpunkt der Förderbewilligung – nicht der Baubeginn.

Seit diesem Jahr beträgt die Anfangsmiete im ersten Förderweg 7,85 Euro, im zweiten 9,99 Euro und im dritten 12,95 Euro pro Quadratmeter. Gegenüber 2024, als im ersten Förderweg noch 7,10 Euro fällig waren, entspricht das einer Steigerung von mehr als zehn Prozent.

Baupreise massiv gestiegen – höhere Mieten nötig

Die IFB begründet den Schritt mit den stark gestiegenen Baukosten der vergangenen Jahre. „In der Vergangenheit waren die Sozialmieten einfach zu günstig, das heißt, sie haben weder die Inflation noch die Lohnentwicklung mitgemacht“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der IFB Hamburg, Ralf Sommer, bereits bei der Ankündigung im vergangenen Jahr. Kritik kam damals von der Linken.

Für die Jahre 2025 und 2026 stellt die Stadt Hamburg über die IFB Hamburg im Rahmen ihres Wohnraumförderprogramms insgesamt 1,774 Milliarden Euro bereit. Das Geld ist für den Wohnungsneubau, die Modernisierung sowie den Ankauf beziehungsweise die Verlängerung von Mietpreisbindungen vorgesehen. Gefördert werden sollen mindestens 3000 Neubauwohnungen, rund 15.000 Modernisierungen sowie 1300 Sozialbindungen im Bestand. Derzeit wird in Hamburg etwa jede zweite neu gebaute Wohnung öffentlich gefördert.


Das schöne neue Wohngebiet Fischbeker Heidbrook im Bezirk Harburg ist bereits seit einigen Jahren bezogen. Doch es gab immer noch einige Baulücken, weil ein Investor Probleme bekam. Die SAGA springt dort nun ein und kauft die fertiggestellten Gebäude vom Projektentwickler an. Die ersten Wohnungen sind für Juli und August vergeben worden, die weiteren folgen zum Jahresende. Doch sie sind teurer als erwartet und das wird bei allen geförderten Neubauwohnungen in Hamburg in diesem Jahr der Fall sein.

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