Merz-Absage zu Hormus-Einsatz: Reeder enttäuscht – „keine tragfähige Strategie“
Bundeskanzler Merz hat einer deutschen Beteiligung an einem Militäreinsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus eine Absage erteilt. Bei deutschen Reedern kommt das nicht gut an.
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat sein Befremden über die klare Absage der Bundesregierung an eine deutsche Beteiligung zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus geäußert. Deutschland sollte entsprechende internationale Bemühungen „aktiv begleiten und alle Optionen prüfen, die zu einem wirksamen Schutz von Schiffen und Besatzungen beitragen können“, teilte der VDR in Hamburg mit.
„Ein bloßes Vertrauen darauf, dass es zu keinen Zwischenfällen kommt, kann angesichts der aktuellen Lage keine tragfähige Strategie sein“, so die Reeder weiter. Zuerst hatte der „Spiegel“ berichtet.
1000 Seeleute auf Schiffen mit deutschem Bezug sitzen fest
Die iranischen Revolutionsgarden hatten die Straße von Hormus nach den Angriffen der USA und Israels für gesperrt erklärt. Mehrfach gab es dort Angriffe auf Handelsschiffe. Laut deutschem Reederverband sitzen in dem Kriegsgebiet weiterhin zahlreiche Schiffe und Seeleute ohne eigenes Verschulden fest.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Alarm, Dreck, Chaos: Feuerwehrmann über dramatische Zustände in Flüchtlingsunterkunft
- Fahrschein, bitte: An welchen Bahnhöfen am häufigsten kontrolliert wird
- Feuer-Drama: Welche Rolle eine Kloschüssel bei der Rettung einer Familie spielte
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für die ganze Woche
- 16 Seiten Sport: HSV-Juwel Baldé im Fokus & Sky-Kommentator über St. Paulis Abstiegskampf
- 28 Seiten Plan 7: Eine Ausstellung wie „ein Tauchgang“ & ein aufwühlendes Stück an den Kammerspielen
Betroffen seien „knapp 1000 Seeleute auf mindestens 30, nach neuesten Informationen der Deutschen Marine sogar mehr als 40 Schiffen mit deutschem Bezug“, teilte der VDR mit und forderte. „Diese Menschen und Schiffe dürfen in dieser Situation nicht sich selbst überlassen werden.“
Reeder: Deutschland soll bei Schutz der Schifffahrt nicht ausscheren

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Freitag klargestellt, dass es für ihn im Augenblick „keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken“, gebe. Deutschland sei nicht Teil dieses Krieges „und wir wollen es auch nicht werden“, betonte er. „Und insofern sind alle unsere Bemühungen darauf gerichtet, den Krieg zu beenden.“
Die deutschen Reeder verwiesen auf die G7-Staaten, die sich nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erst vor wenigen Tagen darauf verständigt hätten, Maßnahmen zur Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Golfregion vorzubereiten und international koordinierte Schutzmaßnahmen für Handelsschiffe zu prüfen. „Deutschland ist Teil der G7 und sollte in dieser grundlegenden Frage nicht ausscheren“, hieß es.
Das könnte Sie auch interessieren: Brennender Frachter: Hapag über Lage der Mannschaft und „die einzige Waffe an Bord“
Entscheidend sei nicht, aus welchen Ländern militärischer Schutz im Einzelnen komme. „Entscheidend ist, dass internationale Bemühungen unterstützt werden, die darauf gerichtet sind, zivile Schiffe, ihre Besatzungen und freie Seewege wirksam zu schützen.“ (dpa/mp)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.