Jahreswechsel in Hamburg: So lief es für Polizei und Feuerwehr
Silvester in Hamburg: Wie immer feierten Hunderttausende Menschen den Jahreswechsel – und wie immer taten sie das größtenteils friedlich. Polizei und Feuerwehr waren dennoch im Dauereinsatz. Das ist das Fazit der Einsatzkräfte.
Vor allem die Bereiche rund um die Landungsbrücken (in der Spitze bis zu 7000 Menschen), die Binnenalster (4000) und St. Pauli (25.000) waren – wie jedes Jahr – stark frequentiert. Und die Lage blieb hier überwiegend ruhig: Nur um kurz vor 21 Uhr kam es hier zu einem Polizeieinsatz, nachdem aus einer Gruppe heraus Feuerwerkskörper geworfen worden waren. Verletzt wurde dabei niemand.
Zehn Polizisten in Hamburg verletzt
An der Binnenalster und rund um Rathaus und Jungfernstieg, wo ein Böllerverbot herrschte, hielt sich die überwiegende Menge an Besuchern an die vorgegebenen Regeln. Im Bereich St. Pauli – schwerpunktmäßig auf der Reeperbahn und an der Großen Freiheit – sei laut Polizei die „normale Party-Klientel“ unterwegs gewesen. Aus einer Gruppe von etwa 15 Personen sollen Feuerwerkskörper auf Unbeteiligte geworfen worden sein. Einsatzkräfte konnten die Situation beruhigen.
Auch die ZDF-Silvesterparty sei ohne besondere Vorkommnisse verlaufen. Tausende Besucherinnen und Besucher kamen zu der Veranstaltung am Chicagokai in der Hafencity und trotzten dem regnerischen Wetter.
In Steilshoop dagegen lieferten sich Gruppen – bestehend überwiegend aus jungen Männern – den ganzen Abend und die Nacht Scharmützel mit der Polizei, die laut eigenen Angaben Kräfte bündeln und härter durchgreifen musste, nachdem unbeteiligte Passanten und Einsatzkräfte wiederholt mit Böllern und Raketen angegriffen worden waren. Eine Polizistin wurde dabei verletzt, konnte ihren Dienst aber fortsetzen. Es gab mehrere Festnahmen und Platzverweise. Insgesamt wurden in der Nacht zehn Polizisten verletzt.
Kurz nach Mitternacht wurden Polizisten bei einem Einsatz auf einem Supermarktparkplatz in Lurup mit Pyrotechnik beschossen. Ein mutmaßlicher Verursacher wurde vorläufig festgenommen.
Das könnte Sie auch interessieren: Neue Zahlen: So gefährlich sind Hamburgs Bahnhöfe
In Dulsberg, Wilhelmsburg und Harburg kam es vereinzelt zu ähnlichen Angriffen. Teils wurden Feuerwehrkräfte beim Löschen von vermutlich mutwillig in Brand gesetzten Containern angegriffen. An der Kalischerstraße im Phoenix-Viertel soll ein Mann mit einer Schreckschusswaffe Passanten bedroht und beschossen haben. Eine Suche mit Polizisten, die mit Maschinenpistolen bewaffnet waren, endete ergebnislos. Ansonsten blieb die Lage in Harburg, wo die Polizisten auch Drohnen einsetzten, im Vergleich zu Vorjahren ruhig.
Die Hamburger Polizei, die zwischen 18 Uhr am Silvesterabend und 6 Uhr am Neujahrsmorgen 1398 Einsätze wahrnahm und damit deutlich über dem Vorjahr (1079) lag, wurde von Kräften aus Bayern und Mecklenburg-Vorpommern unterstützt. Insgesamt waren mehr als 1000 Beamte im Einsatz. Valide Zahlen zu eingeleiteten Ermittlungsverfahren und getroffenen Maßnahmen lagen zunächst nicht vor.
1350 Einsätze: Auch Hamburgs Feuerwehr im Dauereinsatz
Neben der Polizei war auch die Hamburger Feuerwehr zu Silvester im Dauereinsatz und hatte sämtliche Kräfte mobilisiert. „Dank dieser Maßnahmen konnten die Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste der Stadt einen weitgehend sicheren und friedlichen Jahreswechsel feiern“, so ein Feuerwehrsprecher.
Von 18 Uhr am Silvesterabend bis circa 6 Uhr am Neujahrsmorgen verzeichnete die Feuerwehr insgesamt rund 1350 Einsätze. Die Zahl liege damit auf dem Niveau der Vorjahre. Von den 1350 Einsätzen entfielen unter anderem 372 auf Brandschutzeinsätze und 911 auf den Bereich des Rettungsdienstes.
Am Kupferdamm im Farmsen-Berne waren um kurz vor 20 Uhr Teile eines Wintergartens in Brand geraten. Das Feuer griff auch auf die Fassade und das Dach des Einfamilienhauses über, aus dem sich die Bewohner noch vor Eintreffen der Retter unverletzt ins Freie retten konnten. „Die Brandbekämpfung erfolgte sowohl von innen als auch von außen mit zwei Strahlrohren“, sagte der Sprecher weiter. „Aufgrund der Schäden wurde das Haus für nicht bewohnbar erklärt.“
Großeinsätze in Farmsen-Berne, Ottensen und Altona
In Ottensen brannte es auf dem Balkon einer Wohnung im fünften Stockwerk: Auch hier griffen die Flammen aufs Dach über. Die Feuerwehr erhöhte im Laufe des Einsatzes wiederholt die Alarmstufe, um mehr Retter nachzufordern. Unter anderem musste das Fach geöffnet werden, um den Brand zu löschen.
Auch in der Altonaer Altstadt hat ein Balkonbrand einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Um 2.47 Uhr griffen die Flammen in der Virchowstraße auf eine Wohnung über, in der sich noch mehrere Menschen befanden. Vier Personen wurden von der Feuerwehr gerettet, eine weitere brachte sich selbst in Sicherheit. Acht Menschen erlitten leichte Verletzungen. Das Feuer war mit zwei Strahlrohren schnell gelöscht. Rund 40 Einsatzkräfte waren etwa anderthalb Stunden im Einsatz.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.