Eine Häuserzeile

In Hamburg ist das Wohnen zur Miete weiter teuer (Symbolbild). Foto: picture alliance/dpa/Matthias Balk

Der neue Mietenspiegel macht Hoffnung – ist aber kein Grund zum Jubeln

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Es ist eine kurze Verschnaufpause im überhitzten Hamburger Wohnungsmarkt: Der alle zwei Jahre erhobene Mietenspiegel steigt in diesem Jahr im Schnitt nur um elf Cent pro Quadratmeter – damit steigt die durchschnittliche Netto-Kaltmiete auf 9,94 Euro. Das ist für Mieterinnen und Mieter zwar eine gute Nachricht, sollte allerdings auch keine Trugschlüsse zulassen.

Dass der Anstieg in diesem Jahr so extrem niedrig ist, liegt nicht etwa an einem entspannteren Wohnungsangebot, sondern an einem neuen Rechenmodell. Der „Median“ ersetzt das alte „arithmetische Mittel“ – damit finden besonders hohe und besonders niedrige Mieten keine Berücksichtigung mehr.

Die Mieten in Hamburg bleiben weiterhin hoch

Das ist gut für Mieter, weil viele der Mieterhöhungen damit niedriger ausfallen – aber bei weitem kein Beweis dafür, dass das Wohnen in der Hansestadt plötzlich günstiger wäre.

Im Gegenteil: Wer heute eine Wohnung sucht, weiß, wie hart der Markt ist. Die Mieten in Hamburg bleiben hoch, und der Mietenspiegel bildet nur einen Teil davon ab. Sozialwohnungen, Einfamilienhäuser, möblierte Angebote – all das fällt raus.

Gesetzlage für möblierte Apartments bleibt unklar

Möblierte Apartments, die sich immer mehr auf den Wohnungsplattformen ausbreiten, fallen sogar weiterhin durch sämtliche Raster. Zwar gilt auch für sie die Mietpreisbremse, aber sobald dort ein Stuhl drinsteht, kann der Vermieter einen „Möblierungszuschlag“ verlangen. Dieser muss bislang nicht offengelegt werden, sodass im Dunkeln bleibt, wie hoch die eigentliche Miete ohne Möbel ist. Ein Schlupfloch im Gesetz, das der Bund schließen muss. Vor kurzem hat Hamburg eine erneute Initiative dafür gestartet. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) darf diesen Entwurf jetzt aber nicht wie ihr Vorgänger Marco Buschmann (FDP) in der Schublade versauern lassen.

Der neue Mietenspiegel ist also eine gute Nachricht, aber kein Grund zur Entwarnung. Hamburg braucht weiter bezahlbare Wohnungen – nicht nur schönere Zahlen.

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