Vegan-Weihnachten Teil 2: Naschparadiese für Kuchen-Fans
Wie gemalt sehen die Macarons in der Glasauslage aus. Daneben Cheese-Cake mit Fruchtspiegel oder das Himbeertörtchen. Eins sieht leckerer aus als das andere. Und alles, was bei Ina Fischer (36) und Alexander Erb (38) im „ima vegan“ in der Vitrine liegt, wird in Handarbeit selbst hergestellt und ist rein pflanzlich.
Die Patisserie mit kleinem Café (kann man auch mieten) an der Lappenbergsallee in Eimsbüttel strahlt seit knapp zwei Jahren eine einladende Gemütlichkeit aus. Schachbrettfliesen am Tresen, viel Holz und pastellige Stühle. Durch das Panoramafenster können die Gäste Ina Fischer in der Backstube zusehen. „Die Leute kommen rein und glauben nicht, dass alles vegan ist“, beschreibt die Konditormeisterin eine nahezu alltägliche Reaktion von Kunden. „Und alles ist bio und nach unseren Rezepten selbstgemacht“, so Alex, der mit 13 seine Leidenschaft fürs Kochen entdeckt hat.
Mascarpone geht auch pflanzlich
Neben sündhaft leckeren Törtchen (Stück ab 5,20 Euro) und Kuchen (ab 4,50 Euro) gibt es auch Croissants, Schoko-, Franzbrötchen (ein Muss für Hamburger) und Gebäck. Statt Butter wird Margarine verwendet und wer wissen will, was Brownies (4,20 Euro) mit Kichererbsenwasser (übrigens auch eine großartige Zutat für eine fluffige Mousse) zu tun haben, sollte sie probieren. Festigkeit bringen Kakaobutter oder Johannisbrotkernmehl und die Mascarpone im Tiramisu gelingt pflanzlich mit Seidentofu. „Wir wollen zeigen, dass tierische Produkte nicht notwendig sind, um großartige Gerichte zu kreieren“, sagt Ina. Für die herzhaften Speisen zur Mittagszeit von handgemachter Pasta bis Döner ist Alex zuständig. Aber hier steht heute das Süße im Rampenlicht.
Ina zaubert auch Hochzeits- und Firmentorten oder kunstvolle Figuren aus Marzipan. Wer den Blick schweifen lässt, erblickt neben der Vitrine den in Szene gesetzten Frosch. Und dann sind da eben noch die Macarons (12 Sorten, ab 2,90 Euro), echte Diven in der Backstube. „Da steckt die meiste Energie drin“, sagt Ina. Doch, so viel sei verraten, es lohnt sich.
Nur für Sahne in Bioqualität gibt es keinen guten pflanzlichen Ersatz. Das sagt auch Christof Eichel von der gleichnamigen Biokonditorei an der Osterstraße (Eimsbüttel). Er muss es wissen, er bietet seit 2005 auch vegane Torten (Stück ab 4,50 Euro) an. „Ich nehme keine Ersatzprodukte, keine vegane Sahne, nur Soja-Trunk ohne Zusätze. Und Tofu“, sagt Eichel. „Meine Prämisse sind natürliche Zutaten.“ Und er will nicht eine Torte mit tierischen Zutaten pflanzlich nachbauen, sondern eigene vegane Kreationen schaffen. Butter ersetzt Eichel dabei durch Kokosfett, Sonnenblumenöl und umstrittenes Palmöl – „aus kontrolliertem Bioanbau. Dass das stimmt, da muss ich mich auf meinen Lieferanten verlassen.“
Ein Drittel bis die Hälfte seiner angebotenen Kuchen (täglich 6 bis 10 verschiedene) sind vegan, oft auch glutenfrei. Besonders beliebt: die Aprikosen-Tarte oder die Schoko-Kirsch-Dinkel-Torte. Tipp von mir: Bauweizen-Schoko-Nuss mit Blaubeeren (4,80 Euro). Und jetzt gibt es auch wieder Weihnachtsgebäck und Stollen.
Bunt geht es bei „Kjeks“ zu. Es gibt Cupcakes, Kuchen, Donuts, Riegel, Cookies und Desserts – 28 verschiedene (ab 3,60 Euro) jeden Tag. Alles ohne tierische Zutaten, „Peace of Cakes“ eben, so der Bäckerei-Slogan. Darunter auch ungewöhnliche Kreationen wie den Tahin Chocolate Chip mit Sesammus, Schokostückchen und Meersalz. Oder der beliebte Bienenstich-Donut mit Vanillecreme und gerösteten Mandeln obendrauf. In die Creme kommt veganer Frischkäse. „So hält sie“, sagt Kerrin Kruse (32). „Auch auf Kokosbasis werden vegane Cremes fest.“ Mein Favorit: Tiramisu mit handgemachten Löffelbiskuits und Cashewcreme im Pfandglas (je 4 Euro).
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Das Wort vegan sucht man an den Fenstern der drei Filialen in der Schanze (Schanzenstraße), in Winterhude (Heidberg) und Hamm (Sievekingsallee) übrigens vergeblich. „Wir wollen auch Nicht-Veganer ansprechen“, so Kerrin Kruse. Dass auch sie den pflanzlichen Kuchen lieben, habe ich mehrfach an meinem Kaffeetisch erlebt.