Bedauerliche Einzelfälle? Wir brauchen im UKE endlich eine andere Fehlerkultur
Ein Mädchen stirbt nach einer vermuteten Fehlbehandlung im Kinderkrankenhaus Altona, heute zum UKE gehörig. Ein UKE-Chefarzt muss gehen, weil sich Mitarbeiter massiv über sein Verhalten beschweren, und eine 55-Jährige leidet nach einer Fehldiagnose im UKE unsäglich, springt dem Tod nur knapp von der Schippe.
Drei bedauerliche Einzelfälle? Mag sein. Aber alle haben eines gemeinsam: Betroffene, seien es nun Patienten oder Mitarbeiter, stehen vor größten Schwierigkeiten, Missstände zu melden. Der Geschäftsbereich „Sicherheit & Compliance“ des UKE ist nicht in der Lage oder nicht willens, wirklich nachzubohren.
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Beim Fall des gefeuerten UKE-Chefarztes hatten sich betroffene Mitarbeiter dort massiv beschwert – nichts geschah. Erst als die MOPO berichtete, wurde der umstrittene Mediziner abgelöst.
Zu oft wird nach den „Nestbeschmutzern“ gesucht
Wr brauchen im UKE endlich eine offene Fehlerkultur. Zu oft wird eher nach den „Nestbeschmutzern“, die Medien einschalten, gesucht, als sich intensiv um das Fehlverhalten leitender Ärzte zu kümmern. Außerdem ist es dringend nötig, eine gesetzliche Meldepflicht für Fehler im Bereich Medizin und Pflege einzuführen.
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Und schließlich sollte in Hamburg eine Ombudsstelle eingerichtet werden, an die sich die oft schwer traumatisierten Betroffenen wenden können. Patienten und Angehörige leiden still und sehen sich bei Auseinandersetzungen einer Riege hochbezahlter Anwälte gegenüber. Betroffene scheuen allein deswegen schon davor zurück, Mediziner anzuzeigen.
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