S-Bahn

Auf der Linie S1 zwischen Poppenbüttel und Wedel kommt es häufig zu technischen Störungen (Archivbild). Foto: picture alliance/dpa/Georg Wendt

S-Bahn: Ein Problem-Bingo auf Schienen

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Weichenstörung, technischer Defekt oder besetzte Gleise – irgendwas ist immer mit der S-Bahn. Wer täglich in die City fährt, kennt das Problem-Bingo. Am Streiktag der Busfahrer im Hamburger Osten, bekam es die S-Bahn diesmal leider auch nicht gebacken. Ein Chaos mit Ansage.

„Bisschen durchrücken bitte, da geht noch was!”, ruft ein Fahrgast „Jetzt quetschen Sie doch nicht so”, gibt jemand zurück. Als am Donnerstag die Busse im Hamburger Osten stillstanden, war die S-Bahn für viele die einzige Option. Doch alle stillen Stoßgebete – wenigstens einmal möge alles glatt gehen – wurden nicht erhört.

So ging es schon die ganze Woche: Montag blieben wegen eines brennenden Stromabnehmers gleich mehrere S-Bahnen auf freier Strecke liegen, Dienstag steckte eine S-Bahn in Barmbek fest, Donnerstag dann kompletter Stillstand zwischen Poppenbüttel und Ohlsdorf – mitten im Berufsverkehr. Wenn Sie mal selbst durchzählen möchten, schauen Sie gern in unseren HVV-Ticker.

S-Bahn in Hamburg: Hilfe, es schneit

Schon nach zwei Stationen herrschten sardinendosenartige Verhältnisse. Warum bekommt die Deutsche Bahn es einfach nicht hin? Ob in Hamburgs Nordosten Richtung Poppenbüttel, im Westen Richtung Blankenese oder im Süden Richtung Harburg: Überall erzählen Fahrgäste sich dieselben Leidensgeschichten.

Die News zum Thema: Diese Hamburger S-Bahn-Linie ist ein einziges Debakel

Fakt ist: Die veraltete Infrastruktur der Deutschen Bahn ist auch lokal ein massives Problem. Schon wenige Schneeflocken oder ein kleiner Herbststurm genügen und der S-Bahn-Fahrplan gerät durcheinander. In Gesprächen mit U-Bahn-Passagieren überkommt einen regelmäßig das Gefühl einer Zwei-(Bahn)Klassen-Gesellschaft. „So was kennen wir nicht“, sagen sie.

Bis 2030 verspricht die S-Bahn jetzt zwar „mehr Pünktlichkeit und Effizienz“ mithilfe eines voll digitalisierten Netzes. Heißt aber auch: Noch vier Jahre an Bahnsteigen auf Züge warten, die zu spät oder niemals ankommen. Schön, wenn die Deutsche Bahn aufgewacht ist. Unverständlich, warum sie es so weit hat kommen lassen.

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