Orbán in Ungarn abgewählt: Ein Sieg für die Demokratie
Die Weltlage liefert gerade wenig Grund zur Zuversicht: Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran sind „ergebnislos“ gescheitert, Donald Trump kündigte daraufhin eine US-Blockade der Straße von Hormus an. In Berlin ringt die Koalition unter Friedrich Merz mit der SPD um Antworten auf die Energiekrise. Und doch ist heute ein guter für die Demokratie – dank den Ungarn.
Denn in Ungarn ist etwas gelungen, das viele vor wenigen Monaten noch für unmöglich hielten: Viktor Orbán wurde nach 16 Jahren aus dem Amt gewählt. Am Abend gratulierte er seinem Kontrahenten zum Sieg. Ein Machtwechsel – trotz eines Systems, das er über Jahre hinweg gezielt zu seinem Vorteil umgebaut hatte.
Orbán hat Ungarn für seinen Machterhalt umgebaut

Orbán hatte Medien unter politischen Einfluss gebracht, Institutionen geschwächt und das Wahlrecht so verändert, dass seine Partei Fidesz strukturell profitiert. Auch außenpolitisch setzte Orbán auf Konfrontation, hetzte im Wahlkampf gegen seinen Herausforderer und EU-Präsidentin Ursula von der Leyen. Orbán suchte demonstrativ die Nähe zu Donald Trump, US-Vize JD Vance unterstützte den Autokraten sogar auf Budapester Bühne, einzig mit dem Ziel, die Einigkeit der EU weiter zu schwächen.
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Dass die Wählerinnen und Wähler diesem Kurs nun eine Absage erteilt haben, ist mehr als ein Regierungswechsel. Es ist ein politisches Signal – auch nach Brüssel. Nach Jahren der Entfremdung von der EU haben viele Ungarn genug von Polarisierung, Korruption und einem Staat, der zentrale öffentliche Bereiche vernachlässigt hat. Laut Transparency International gilt Ungarn inzwischen als korruptestes Mitglied der EU.
Was ist von Péter Magyar zu erwarten?
Und doch: Wer nun einen radikalen Kurswechsel erwartet, dürfte enttäuscht werden. Der neue starke Mann, Péter Magyar, steht laut Experten nicht für einen klaren Bruch mit allem, wofür Orbán stand. In Fragen wie Migration dürfte er ähnlich hart auftreten. Auch die energiepolitische Abhängigkeit von Russland lässt sich nicht über Nacht lösen.
Der eigentliche Kern dieser Wahl liegt deshalb woanders: Sie zeigt, dass selbst tiefgreifende Eingriffe in demokratische Strukturen nicht zwangsläufig zu deren Ende führen. Demokratie kann ausgehöhlt werden – aber sie ist widerstandsfähig. Das haben die Ungarn gezeigt.
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