Neue Lösung für das Drogenelend am Hauptbahnhof: Sucht lässt sich nicht verbieten!
Natürlich gibt es ein Drogenproblem am Hauptbahnhof, das ist kein Geheimnis. Aber strenge Kontrollen und Verbote sind keine Lösung – wenn Gegenangebote fehlen.
Sucht lässt sich nicht verbieten. Sie verschwindet durch Repression nicht, sie verteilt sich nur. Die Süchtigen werden aus dem Bahnhofsumfeld weiter nach St. Georg und ins Münzviertel gedrängt, zu verängstigten Anwohnern – und weg von Hilfsangeboten wie dem „Drob Inn“, wo Konsum unter Aufsicht möglich ist. Das Konzept ist wichtig, reicht aber nicht aus.
Drogen am Hauptbahnhof: Zürcher Modell könnte Suchtkranke schützen
Denn vor dem Konsum steht der Kauf, der in Hamburg offiziell nirgendwo geduldet ist. In Zürich ist das anders. Das „Zürcher Modell“ ermöglicht unter strengen Auflagen den Mikrohandel in bestimmten Einrichtungen.
Konsum und Handel rücken so aus dem Blickfeld der Gesellschaft und finden vor den Augen von geschultem Personal statt. Die Folge: weniger Infektionen, weniger Gewalt auf der Straße – und weniger Drogentote. In Hamburg starben im vergangenen Jahr hingegen 102 Menschen an den Folgen ihres Konsums, Höchststand seit 2001.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Der Anti-Schlagloch-Plan: Warum Hamburg dieses Jahr besonders löchrig ist
- Unverschämte Gäste: Was Wirte ärgert
- Kronzeugen quälen Block: Aussagen der Israelis belasten Mutter
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: HSV-Überflieger Luka Vuscovic und sein Traum & Interview mit St. Paulis Präsidenten Oke Göttlich
- 28 Seiten Plan 7: Speed-Dating für Senioren & Ausgeh-Tipps für jeden Tag
Das könnte Sie auch interessieren: Wie kann Hamburg seine Drogenprobleme in den Griff kriegen, Herr Polizeipräsident?
Bei der Gesundheitsministerkonferenz im Juni wurde beschlossen, den Umgang mit Crack in Konsumräumen neu zu regeln und die Weitergabe in Kleinstmengen zu tolerieren – auch in Hamburg (S.6). Das wäre ein Schritt in Richtung „Zürcher Modell“. Ein längst überfälliger Schritt zu einer Drogenpolitik, die Probleme nicht verdrängt, sondern im Kern angeht: für mehr Sicherheit für Anwohner, Passanten – und die Suchtkranken selbst.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.