Mutter mit vier Kindern abgeschoben: So zerstört man Zukunft
Sieben Jahre lang baut sich eine Familie in Halstenbek ein Leben auf. Doch dann, an einem Montagnachmittag: Polizei, fünfzehn Minuten zum Packen, Flug nach Athen. Eine Mutter wird mit vier Kindern abgeschoben.
Ja, nach dem Dublin-Abkommen mag Griechenland für sie zuständig sein. Aber Dublin ist keine Ausrede für Unmenschlichkeit. Wer Menschen über Jahre erlaubt, hier zu leben, übernimmt Verantwortung. Die Kinder wachsen in dem Glauben auf, angekommen zu sein. Sie lernen Deutsch, schließen Freundschaften, werden Teil von Schule und Vereinen, schmieden Zukunftspläne. Der Staat schaut jahrelang zu, nur um ihnen dann von einem Tag auf den anderen alles zu entziehen – und sie nach der Abschiebung faktisch der Obdachlosigkeit in Athen zu überlassen. Die Behörden haben diese Realität mitgeschaffen. Sie dürfen sich nicht hinter Paragrafen verstecken, als sei das nur ein Verwaltungsakt.
Abschiebung von Kindern: So macht der Staat Integration kaputt
Besonders bitter: Mit 7, 12 und 13 Jahren sind Kinder in einem prägenden Alter. In Griechenland drohen ihnen Armut, Unsicherheit – und wie es schulisch weitergeht, ist ungewiss. So produziert man am Ende genau das, was als „Integrationsproblem“ diskutiert wird: junge Menschen ohne Anschluss und ohne Vertrauen in den Staat. Dabei waren diese Kinder längst dabei, hier sicher und integriert aufzuwachsen. Das ist nicht nur hart. Das ist absurd.
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Ein Rechtsstaat darf abschieben. Aber er muss berechenbar und verhältnismäßig handeln. Jahrelang zu dulden und dann abrupt maximal hart durchzugreifen ist das Gegenteil davon. Es ist unmenschlich.
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