Meinung
Monsterbrücke, Feind aus Stahl? Kriegt euch mal wieder ein
Ja, die neue Sternbrücke ist groß. Richtig groß. Aber ein Monster? Ganz bestimmt nicht.
Die neue Sternbrücke ist da und bei professionellen Nostalgikern schon verhasst, bevor der erste Zug drüber- und das erste Fahrrad drunterweggerollt ist. Aber wieso eigentlich?
Die mehrere Meter hohe Flanke aus betongrauem Stahl, die ist wuchtig, ohne Frage. Aber der einzige Grund dafür, dass das Grau in Grau noch monolithisch ist, sind die Wachleute und Kameras, die Hamburgs Sprayerszene auf Distanz halten. Selbst die Bahn ist übrigens offen für ein großes Street-Art-Projekt (mutmaßlich in erster Linie, um Kosten für die Entfernung von nicht bestellten Graffiti zu sparen).
Hamburg: Die neue Sternbrücke sieht richtig gut aus
Der Bogen, der zwischen den Häusern in den Himmel ragt, der sieht jetzt schon richtig gut aus, nicht nur für ein reines Zweckbauwerk. Und mit der LED-Lightshow unter der Brücke könnte man statt des Straßenraums auch einen Club beleuchten.
Apropos Club: Astra-Stube, Waagenbau und Co. fehlen, schmerzlich sogar – keine Frage. Aber so gerne wir alle auf die Bahn schimpfen: Dafür kann sie nichts. Dass die alte Sternbrücke rott ist und weg muss, ist schon seit mehr als einem Jahrzehnt klar.
Und seien wir mal ehrlich: Die Originalatmosphäre hätte man in einem wie auch immer gearteten Neubau ohnehin nicht hinbekommen.
Bitte keine Totalopposition
Stadt verändert sich nun einmal. Das heißt zwar nicht, dass man jede Neuerung begeistert oder auch nur unwidersprochen hinnehmen muss. Aber mit „Früher war alles besser“-Totalopposition führt der Weg nur in eine Richtung: in die Bedeutungslosigkeit.
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Dass an diesem neuralgischen Punkt für die kommenden Jahrzehnte (!) freie Bahn oben und freie Fahrt unten herrschen, ist ein Gewinn für Hamburg – und kein Verlust.
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