Hilfsmittel lagern in einem Sanitätshaus (Symbolbild).

Hilfsmittel lagern in einem Sanitätshaus (Symbolbild). Foto: picture alliance / imageBROKER | Manuel Kamuf

Immer mehr Pflegefälle: Wir brauchen einen Hilfsmittel-Notruf

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Rollstühle, Rollatoren, Pflegebetten, Schleimabsauggeräte – wer fit und gesund ist, bekommt Beklemmungen beim Gedanken an diese Geräte. Für die Menschen, die darauf angewiesen sind, sind diese Hilfsmittel jedoch lebensnotwendig. Ein Ausfall kann gefährliche Folgen haben. Und auch die pflegenden Angehörigen, die sich aufopferungsvoll um ihre Lieben kümmern und dem deutschen Staat damit jährlich 206 Milliarden Euro ersparen, bringt ein kaputtes Hilfsmittel in eine verzweifelte Lage: All ihre Stärke und Selbstlosigkeit nützen nichts mehr. Sie stehen hilflos da.

Es ist schlimm genug, dass diese stille Garde so wenig Wertschätzung für ihren Einsatz hinter Millionen Türen in Deutschland bekommt. Dass Angehörige wie Wiebke Worm ihre Berufstätigkeit aufgeben müssen, ohne zumindest einen finanziellen Obolus zu erhalten. Dass sie in einer akuten Krisensituation alleingelassen werden, ist untragbar.

Meinung: Hilfsmittel-Notruf für Pflegefälle muss sein

Zwar bieten einige Sanitätshäuser Notdienste an. Doch oft nur zu den Öffnungszeiten und nur für eigene Kunden. Nachts, am Wochenende oder an Feiertagen ist die Leitung still. Eine solche Versorgungslücke können wir uns angesichts der demografischen Entwicklung nicht mehr leisten.

Der Artikel zum Thema: Für ihren Uwe gab sie alles auf – Wiebke Worm hat nur eine Bitte

Es braucht eine zentrale Leitstelle, die im Notfall Hilfe koordiniert, für Ersatzgeräte sorgt und Fachpersonal vermittelt. Damit Menschen wie Wiebke Worm ihren Mann auch noch füttern können, wenn das Pflegebett kaputtgeht und sich die Rückenlehne nicht mehr aufstellen lässt. Im Liegen kann niemand essen und trinken. Das werden wir alle einmal erleben.

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