Symbolbild Polizisten

Zwei Polizisten bei einer Autokontrolle in Hamburg (Symbolbild). Foto: picture alliance

Hamburgs Polizisten sollten besser etwas leiser jammern

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Vom „Kaputtsparen der Sicherheit“ ist die Rede, von „nicht nachvollziehbarem Wahnsinn“: Wenn man liest, was Teile der Polizeigewerkschaften und die CDU derzeit verlauten lassen, meint man, Hamburg stünde mal wieder kurz vorm Untergang. Schaut man sich die Details an, stellt sich die Frage, in welcher Realität die Beamten leben. Und dann profitieren sie von einem luxuriösen Privileg, dessen Abschaffung längst überfällig wäre.

Nach Jahren des Personalaufbaus in der Polizei wird jetzt beklagt, dass Beförderungen verschoben oder ausgesetzt werden. Dass über längere Arbeitszeiten nachgedacht werde. Dass freie Stellen nicht nachbesetzt oder auslaufende Verträge nicht verlängert werden. 

Guten Morgen, willkommen in der Wirklichkeit!

Im öffentlichen Dienst ist die Krise noch nicht angekommen

Während überall in der Wirtschaft Stellen gestrichen und Verwaltungsaufgaben automatisiert werden, lebt man im öffentlichen Dienst offenbar noch in der Illusion sprudelnder Steuereinnahmen. Dass derzeit vor allem die Schuldenberge wachsen, scheint sich noch nicht überall rumgesprochen zu haben. Und so erwartet man weiter planbare Beförderungen, klar vorhersehbare Karrierewege und stetig wachsende Einkommen.

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Natürlich kann man kritisieren, dass der Senat vor der letzten Wahl noch eine Einstellungsoffensive verkündet hat und jetzt eine formvollendete Rolle rückwärts aufführt. Doch wenn beklagt wird, dass im Rahmen der Haushaltskonsolidierung auch die Abschaffung der Hubschrauberstaffel erwogen wird, stellt sich doch eher die Frage: Warum brauchen wir in Zeiten günstiger und bequem aus dem Polizeipräsidium steuerbarer Drohnen überhaupt noch eine extrem teure und personalintensive Hubschrauberbereitschaft?

Hamburger Polizisten gehen schon mit 60 Jahren in Pension

Aus Sicht der Hamburger Polizeibeamten und ihrer politischen Unterstützer wäre es womöglich schlauer, nicht ganz so laut zu klagen. Ansonsten könnten sich die Steuerzahler noch daran erinnern, dass Polizisten in Hamburg mit 60 Jahren abschlagsfrei in Pension gehen. Eine Regelung, die in allen anderen Bundesländern längst abgeschafft wurde. Sachlich ist sie ja auch nicht begründbar. 

Es ist ja nicht so, dass alle Polizisten in der ersten Reihe einer schlagkräftigen Hundertschaft stünden oder pausenlos Verbrechern hinterherjagten. Gerade bei der Polizei, wo sich zigtausende Akten und Verfahren stapeln, gibt es zahlreiche Tätigkeiten, die auch im reiferen Alter hervorragend übernommen werden könnten. Langjährige Erfahrung zahlt sich da bestimmt aus. 

Sollten Strafverfolgung und innere Sicherheit also wirklich aufgrund von Personalmangel beeinträchtigt sein, wie CDU und Polizeigewerkschaften behaupten, dann sollten sie sich unbedingt für ein späteres Pensionsalter einsetzen. Es gäbe da auch einen guten Richtwert: 67 Jahre.

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