Der Egoismus an der Elbchaussee

Autos und ein Radfahrer auf der Elbchaussee.
Auch hier gab es Ärger: Dieser Schutzstreifen für Radfahrer auf der Elbchaussee musste wieder entfernt werden. (Archivfoto)

Sie reden von „Verkehrsfrieden“ und dass sie keinen „Grabenkrieg“ wollen, aber dann geht’s doch nur ums Auto – und nicht um das gleichberechtigte, friedliche Miteinander von Busnutzern, Auto-, Radfahrern und Fußgängern. Voller Pathos und Drama nennt sich die Bürgerinitiative „Rettet die Elbchaussee“, ganz so, als ob die Verkehrsbehörde die Straße mit den anliegenden Villen abreißen will.

Dabei geht es nur um eine moderne Neugestaltung, mit Platz für alle Verkehrsteilnehmer, die sie nutzen wollen – um mehr Sicherheit. Das ist für einige in den Elbvororten offenbar schon zu viel, zumindest, wenn man das Auto als alleinigen Heilsbringer ansieht.

Bei jedem Bauabschnitt an der Elbchaussee gibt’s Ärger, frei nach dem Motto: Den Straßenraum mit Radfahrern teilen – was für ein Affront vom grünen Verkehrssenator. Wer so denkt, lebt im Gestern.

Gemecker hat Tradition in Hamburgs Westen

Dieses Gemecker über Verkehrsprojekte hat unrühmliche Tradition im Hamburger Westen, in dem auch ich wohne – und Fahrrad, Auto und manchmal auch die Bahn benutze. Ein weiteres Beispiel: Als für die Veloroute 1 auf der Reventlowstraße ein paar Parkplätze zwischen den Bäumen durch Findlinge blockiert wurden – klar gab’s Protest. Aber für die Verkehrssicherheit von Radfahrern war die Veränderung richtig.

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Diese Woche als extradicke Feiertags-Ausgabe – u.a. mit diesen Themen:

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Man kann darüber diskutieren, ob die Kommunikation der Behörden immer passend und zeitgemäß ist, wenn an Hamburgs Straßen gebaut wird. Auch, dass auf der Elbchaussee kurz hinter dem „Hotel Jacob“ erst ein weißer Schutzstreifen auf die Straße gesprüht wurde, um ihn später wieder schwarz überzumalen, muss man nicht verstehen. Aber die ganze Umgestaltung der Elbchaussee zu verteufeln, weil sich was verändert, weil eine Straße fit für die Zukunft gemacht wird?

Nach dem Elbstrand nun die Elbchaussee retten?

2017 kippte ein Bürgerentscheid „Elbstrand retten“ die Pläne für einen Rad- und Fußweg direkt am Elbstrand. Klar konnte man über die ausgefallene Idee trefflich streiten. Damals wurde aber unter anderem argumentiert, es gäbe genug Alternativrouten – auf der Elbchaussee oder der Bernadottestraße. Nach dem Elbstrand muss nun also die Elbchaussee gerettet werden. Was kommt danach? Die nächste Ini, die die Bernadottestraße retten will?

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Auf einer modernen Elbchaussee ist ausreichend Platz für alle Verkehrsteilnehmer. Dass dafür Parkplätze wegfallen, ja, das stimmt. Weil es nicht ausreichend Raum für alles geben kann, dafür ist die Straße unter anderem in Höhe Övelgönne schlicht zu schmal.

Und ja, Kurzzeitparkplätze für Pflege-, Lieferdienste und Handwerker sollte es geben. Aber wer glaubt, dass es im Sommer eine gute Idee ist, mit dem Auto zur „Strandperle“ zu fahren, der irrt. Es gibt eben kein Anrecht darauf, sein privates Auto fußläufig zum Elbstrand auf städtischem Boden abstellen zu können. Wer das schon als Eingriff in seine persönliche Freiheit ansieht, hat ein ziemlich krudes Verständnis von Freiheit. Für mich klingt das mehr nach Egoismus.