Chaos in Winterhude: Es wird Zeit, die XXL-Unterkünfte aufzulösen
Vor etwa drei Jahren zogen die ersten Ukrainer in den Überseering 26. Hamburg ächzte unter der Last der täglich ankommenden Menschen, die vor Putins Bomben flohen. Wohin mit den vielen Geflüchteten? Lösungen mussten her – schnell! In kürzester Zeit wurde das ehemalige Postbank-Gebäude in die größte Hilfseinrichtung der Stadt umgewandelt. Drei Jahre später muss man feststellen: Die Situation in der Unterkunft ist menschenunwürdig.
Im Schnitt rückt die Feuerwehr beinahe alle zwei Tage zu Einsätzen aus, manchmal sogar mehrfach täglich. Lärm, Dreck, Gewalt, Drogen. Eltern in Angst um ihre Kinder. Anwohner, die sich nur noch wünschen, dass der Spuk ein Ende hat. Mehr als 1000 Menschen, überwiegend Ukrainer, leben in Mehrbettzimmern. Familien sind hier genauso untergebracht wie alleinstehende Männer, Frauen, Menschen mit Behinderung, Traumatisierte. Ohne Perspektive oder Aufgabe, dafür mit viel Zeit.
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Wen wundert es da ernsthaft, dass diese Orte zum Pulverfass werden? Langeweile ist kein Freifahrtschein für kriminelle Handlungen. Aber wir können doch nicht Hunderte Menschen in ein großes Gebäude stecken und hoffen, dass alles gut geht. Die Geflüchteten brauchen Angebote, Privatsphäre und dezentralisierte Unterkünfte.
Jetzt kommen viel weniger Menschen. Die Stadt hat auch deshalb zuletzt kleinere (und teure) Unterkünfte geschlossen. Die Stadt darf nur nicht den Fehler machen, die Unterbringungssituation zu verschärfen. Es wird Zeit, die Großunterkünfte aufzulösen und denjenigen, die hier sind, eine gute Perspektive zu bieten. Im Sinne der Nachbarn und all der Geflüchteten, die keinen Stress machen.
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