Meilenstein erreicht: Harburger Mega-ZOB nimmt Gestalt an
Es ist DAS Prestigeprojekt der Hochbahn im Hamburger Süden: Seit fast zwei Jahren wird an dem neuen Busbahnhof am Bahnhof Harburg mit dem poetischen Namen „Ein Dach für die Stadt“ gewerkelt. Fahrgäste und auch Autofahrer müssen seitdem weite Wege auf sich nehmen, die ursprüngliche Eröffnung im Sommer 2026 musste dann auch noch verschoben werden. Jetzt gibt es Neuigkeiten.
Ein weiterer Meilenstein ist geschafft, verkündete die Hochbahn am Mittwoch. Die Tragstruktur der künftigen Dachkonstruktion sei inzwischen weitgehend fertiggestellt. Die insgesamt 23 Stahlstützen, jede 6,50 Meter hoch und drei Tonnen schwer, bilden das tragende Gerüst der Anlage. In den kommenden Monaten stehen noch weitere Arbeiten am Dach sowie die technische Ausstattung an.
ZOB Harburg: Arbeiten begannen mit Verzögerung
Vor dem Umbau platzte der Harburger Bahnhof bereits aus allen Nähten: Bis zu 40.000 Fahrgäste stiegen hier pro Tag in 29 Buslinien, die S-Bahn-Linien S3 und S5 sowie Regional- und Fernzüge. Deshalb soll der zentrale Verkehrsknotenpunkt aus den 80er Jahren komplett saniert und fit für die Zukunft gemacht werden.
Nach einigen Monaten Verzögerung starteten im Juni 2024 schließlich die Arbeiten am ZOB. Für Pendler bedeutet das: Zähne zusammenbeißen. Seitdem halten nahezu alle Busse als Ersatz an der S-Bahn-Haltestelle Harburg Rathaus, nur die Linie 153 fährt direkt weiter bis zur Haltestelle Wilhelmsburg.
ZOB Harburg: Wann eröffnet der neue Busbahnhof?
Der ursprüngliche Eröffnungstermin war, wie beim Rahlstedter Busbahnhof, für den Sommer 2026 angepeilt. Doch daraus wurde nichts: Die Hochbahn hatte während der Arbeiten in Harburg „Substanzmängel an der vorhandenen Busplatte“ festgestellt, die statische Nachberechnungen nötig machten.
Also wurde die Eröffnung unspezifisch auf Ende 2026 verschoben, daran hält die Hochbahn jetzt auch weiterhin fest. Ein genaueres Datum gibt es bisher nicht. Wenn es soweit ist, soll die Anlage nach Angaben des städtischen Unternehmens insgesamt 73 Prozent mehr Kapazität als die bisherige bieten.
Das auffälligste Element des Neubaus ist ein riesiges, begrüntes Dach mit einer Fläche von 5200 Quadratmetern. Es ist ausgestattet mit einer Photovoltaik-Anlage, die den gesamten Busbahnhof mit Strom versorgen kann. Die Kosten lagen zuletzt bei 24 Millionen Euro – beim Baustart im Jahr 2024 waren es noch 17 Millionen Euro gewesen.