Mehr Wohnungen, mehr Grün, weniger Autos: Dieser Plan soll Wandsbek verwandeln
Schon vor Jahren wurde er angekündigt – jetzt ist er endlich da: In dieser Woche wurde ein erster „Rahmenplan Zentrum Wandsbek“ der Politik öffentlich vorgestellt. Der komplette Kern des Stadtteils, der von der fünfspurigen Wandsbeker Marktstraße durchschnitten wird, soll sich in einen grüneren Ort mit mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger verwandeln. Auch für den ZOB Wandsbek Markt, das nahe Schulgelände, das Brauhausviertel und andere Bereiche haben die Planer konkrete Ideen mit ersten Skizzen vorgestellt.
In Wandsbek muss sich etwas ändern – das war der Stadt schon unter der ehemaligen Bausenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) klar. Im März 2023 erhielt ein Konglomerat aus vier Planungsbüros gemeinsam den Auftrag, einen „Rahmenplan” für das Zentrum in Wandsbek zu erstellen. Ein Gebiet mit 620.000 Quadratmetern.
Im Westen wird es begrenzt durch die Kantstraße in Eilbek, im Süden durch die Bärenallee in Marienthal, im Osten durch das Wandsbeker Gehölz sowie die Wendemuthstraße in Wandsbek sowie im Norden durch den ebenfalls in Wandsbek gelegenen Brauhausstieg und die Straße Quarree.
Weniger Verkehr um den Wandsbeker Marktplatz
In dieser Woche präsentierten die Planer von Argus, Yellow Z, Rabe Landschaften und NOTO ihre gemeinsamen Ideen dem Planungsausschuss. Besonders im Osten des Gebietes, rund um den U-Bahnhof Wandsbek Markt, soll sich einiges wandeln: Auf „Vorher/Nachher”-Bildern ist die Wandsbeker Marktstraße statt fünf- nur noch vierspurig. Dafür werden die Radwege und Grünstreifen deutlich breiter, der Fußweg bleibt erhalten.
Die Schloßstraße auf der anderen Seite des Bahnhofs hat im Rahmenplan sogar statt vier Spuren nur noch eine für Autos und eine für Busse. Denn von allen bisher geprüften Varianten erscheint eine Einbahnstraße in Richtung Innenstadt am wahrscheinlichsten. Die Radwege sind auch hier breiter dargestellt.
Vor zwei Jahren gab es zunächst einen Entwurf, in dem der motorisierte Verkehr gänzlich aus der Schloßstraße verschwunden wäre. Davon scheint man momentan wieder abgekommen zu sein.
Schule mit Parklandschaft und mehr Platz für den HVV
Veränderungen soll es auch im Umfeld des nahe gelegenen Matthias-Claudius-Gymnasiums geben. Hier zeigt der Plan eine „vernetzte Parklandschaft” mit verschlungenen Wegen, in die neben der Schule auch die beiden Kirchen eingebunden sind.
Für den Wandsbeker Busbetriebshof an der Wendemuthstraße wurde ein platzsparendes Konzept vorgestellt, mit einem mehrgeschossigen Gebäude. Auf diese Weise könnten die Busse statt in der Fläche in der Höhe verteilt werden. In den unteren Stockwerken wäre außerdem Platz für Verwaltungsbüros des HVV und Gewerbe.
Mehr Wohnraum an den Magistralen
Grundlage für die Pläne ist der „Masterplan Magistralen”, das sind Hauptverkehrsstraßen, die laut dem von der Stadt festgeschriebenen Bündnis‘ für den Fuß- und Radverkehr attraktiver für diese Gruppen gestaltet werden sollen. Wie an vielen Magistralen in Hamburg, soll auch Wandsbek zusätzlichen Wohnraum an den Magistralen durch die Aufstockung von Gebäuden schaffen.
Das spiegelt sich im Rahmenplan nicht nur an der Wandsbeker Chaussee, sondern auch im Brauhausviertel wider. Hier sehen die Planer „ruhige und großzügige Wohnhöfe” und aufgestockte Gebäude hin zur Straße mit Gewerbe im Erdgeschoss.
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Demnächst sollen die Ergebnisse der Rahmenplanung auch in einer Broschüre veröffentlicht werden. In Stein gemeißelt ist hier allerdings noch nichts. Die Pläne geben nur einen groben Rahmen dafür vor, wie Wandsbeks Zentrum in zehn bis 20 Jahren aussehen könnte. Nun liegt der Ball wieder bei der Bezirkspolitik, die sich in den jeweiligen verschiedenen Ausschüssen wie Mobilität oder Stadtentwicklung mit den Ideen der Planer beschäftigen soll.