Mehr Grün, weniger Stau: Neues Projekt soll Verkehrsfluss in Hamburg verbessern
Stau und rote Ampeln zerren Autofahrern gehörig an den Nerven. Auf einer grünen Welle durch den Stadtverkehr zu surfen, sorgt für deutlich bessere Laune. Hierbei soll jetzt nachgeholfen werden. Mit intelligent gesteuerten Ampeln lässt sich der Verkehrsfluss verbessern, und die Umwelt profitiert – dank weniger Abgase. Das Projekt „Green Light“ setzt genau das um, versuchsweise auch in Hamburg. Die MOPO erklärt, was hinter dem Konzept steckt.
Die Kreuzung Stresemannstraße/Bahrenfelder Steindamm, der in den Bornkampsweg (Bahrenfeld) mündet, ist mit seinen sechs bzw. vier Spuren ein echter Knotenpunkt. Von dort ist die A7 nicht mehr weit, entsprechend dicht fließt der Verkehr – wenn er denn fließt. Im Berufsverkehr stehen die Autos nämlich oft dicht an dicht, es geht nur zäh voran.
Hamburg: Projekt „Green Light“ soll den Verkehrsfluss verbessern
Um Abhilfe zu schaffen, wurde an der Kreuzung jetzt in den Straßenverkehr eingegriffen – mithilfe der Technologie „Green Light“. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein Projekt von „Google Research“, der Forschungsabteilung des gleichnamigen Tech-Giganten aus den USA.
Ziel dabei ist es, die Zahl der Anfahr- und Bremsvorgänge zu reduzieren. Diese können laut „Google“ nämlich dafür sorgen, dass der Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 an Kreuzungen bis zu 29 Mal höher ist als im fließenden Verkehr. Positiver Nebeneffekt: Pendler stehen seltener an einer roten Ampel, das wiederum spart Zeit und Nerven.
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Dazu greift das Projekt auf Standortdaten und Fahrtrends aus „Google Maps“ zurück. Also auf die App, die fast jeder auf seinem Smartphone installiert hat. Das Unternehmen analysiert Kreuzungen in der Stadt und modelliert mithilfe einer Künstlichen Intelligenz (KI) Verkehrsmuster. Daraus werden dann Empfehlungen für eine optimierte Schaltung von Ampeln erstellt.
Bis zu 30 Prozent weniger Wartezeit sind möglich
Die Technologie wird bereits in 20 Städten weltweit erprobt, darunter in Rio de Janeiro, Seattle und Jakarta. Und Hamburg? „Die Vereinbarung zur Nutzung von Green Light wurde im Februar 2022 zwischen Hamburg und Google geschlossen“, sagt Dennis Krämer, Sprecher der Verkehrsbehörde.
Das Unternehmen und der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) habe seither in mehreren Workshops am Projekt gearbeitet. „Es gab erste Testphasen an der Stresemannallee und der Sievekingsallee, die zu positiven Ergebnissen führten.“ So sei die Wartezeit an einer getesteten Ampel um 30 Prozent gesunken, was einer geschätzten CO2-Reduktion von zehn Prozent entspreche. „Weitere Kreuzungen und Streckenzüge befinden sich zurzeit in Prüfung“, sagt Krämer weiter. Laut der Verkehrsbehörde ist die Teilnahme am Projekt unbefristet und kostenlos.
Nach der Testphase an der Bahrenfelder Kreuzung wurde der Ampelschaltplan angepasst, und zwar dauerhaft, wie der LSBG der MOPO bestätigt.
Die CDU will „Green Light“ auch in Bergedorf
Auch im Südosten Hamburgs stößt das Projekt auf Interesse. So fordert die CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung Bergedorf in einem Antrag, „Green Light“ auch an einer Bergedorfer Kreuzung zu testen. „Bergedorf ist der erste Klimaschutzbezirk der Stadt“ sagt Umwelt-Fachsprecher Mathias Zaum. „Deshalb stünde es uns gut an, ,Green Light‘ auch in Bergedorf zu erproben.“ Als möglichen Ort nennt Zaum die Kreuzung Bergedorfer Straße/Sander Damm.
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Die Verkehrsbehörde äußert sich verhalten zur Forderung der CDU: Die KI errechne die Kreuzungen mit dem größten Einsparpotenzial an Wartezeit. „Welche Kreuzungen dafür genutzt werden, wird in Absprache zwischen der Stadt und Google entschieden“, so Krämer. Am Donnerstag hat die Bezirksversammlung Bergedorf über den CDU-Antrag beraten – und ihn fürs Erste an den Verkehrsausschuss überwiesen.