Tödlicher Unfall von Hamburger Starkoch: Polizei hat Tatverdächtigen ermittelt
Mehr als ein Jahr nach dem tödlichen Unfall des Hamburger Spitzenkochs Michael Wollenberg gibt es eine neue Wendung. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat die Ermittlungen aufgenommen – der erste Verdacht hat es in sich.
Wollenberg war am 25. Oktober 2024 mit einem Wohnmobil unterwegs in Richtung Nordzypern, wo er sich ein neues Leben aufbauen wollte. Auf einer Autobahn nahe Istanbul kam es kurz nach Beginn der Reise zu einem Zusammenstoß mit einem Lastwagen.
Der damals 60-Jährige befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls im Wohnmobil. Zwei Tage später starb er an einer Lungenembolie, die laut Ermittlungen durch den Aufprall ausgelöst worden war.
Führte ein Fahrfehler zum tödlichen Unfall?
Am Steuer des Wohnmobils saß ein 50-jähriger Mann, gegen den nun ermittelt wird. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass ein nicht näher benannter Fahrfehler ursächlich für den Unfall gewesen sein könnte.
Dem Mann, der auch in Hamburg gelebt haben soll, wurde bereits rechtliches Gehör gewährt, wie Staatsanwältin Melina Traumann mitteilte. Eine Stellungnahme des Beschuldigten liegt bislang nicht vor. Das „Abendblatt“ hatte zuerst berichtet.

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Grundlage für den Anfangsverdacht seien Erkenntnisse aus dem Todesermittlungsverfahren, in dessen Rahmen auch der Leichnam untersucht wurde. Da Michael Wollenberg deutscher Staatsbürger mit Wohnsitz in Hamburg war, wurden die hiesigen Ermittlungsbehörden automatisch eingebunden.
Jetzt soll geklärt werden, ob und in welcher Form die türkischen Behörden Ermittlungen geführt haben und ob es dort bereits zu einer Verurteilung gekommen ist. Zur weiteren Aufklärung könnte die Hamburger Staatsanwaltschaft ein Rechtshilfeersuchen stellen. Mehrere Anfragen an die Staatsanwaltschaft Istanbul blieben dem Bericht zufolge bislang unbeantwortet.
Wollenberg als bester Fischkoch der Welt ausgezeichnet
Michael Wollenberg zählte zu den bekanntesten Köchen der Hansestadt. Er erlangte internationale Anerkennung, unter anderem mit dem Titel „Prix de Poisson Bocuse“ als bester Fischkoch der Welt. Bis 2020 betrieb er drei Restaurants in Hamburg, zuletzt verkaufte er das „Wattkorn“ in Langenhorn, um sich im Süden Europas neu zu orientieren.
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Den Unfall überlebten der Fahrer des Wohnmobils sowie Wollenbergs zwei Hunde. Am 5. Dezember 2024 nahmen rund 200 Menschen im Hamburger Michel bei einer Trauerfeier Abschied von dem Spitzenkoch. (rei)
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