Mehr als 1000 Bußgelder! HVV kassiert riesige Summe von Bettlern und Musikanten
Alles wird teurer, immer mehr Menschen wissen sich nicht anders zu helfen und bitten ihre Mitmenschen um Geld. So auch in Hamburgs öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei ist weder Betteln noch Musizieren in Bus und Bahn erlaubt. Mehr als 1300 Mal hat der HVV seit Beginn des Jahres deshalb Bußgelder erhoben. Auf diese Weise kamen 52.760 Euro zusammen.
Im gleichen Zeitraum gab es hingegen nur 190 entsprechende Beschwerden von Fahrgästen. Dies geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2023 wurden 838 Bußgelder aufgrund von Betteln/Musizieren verhängt und damit 33.520 Euro eingenommen. Beschwerden gab es 185.
Linke: „Betteln ist Ausdruck von extremer Notlage“
Dazu Olga Fritzsche, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Betteln ist Ausdruck einer extremen Notlage. Die Menschen tun dies in der Regel, weil sie darauf angewiesen sind und keine anderen Einkünfte haben. Wer hier mit Bußgeldern vorgeht, nimmt das Geld wirklich von den Falschen. Außerdem wissen wir doch längst: Verdrängung löst keine sozialen Probleme!“
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Bereits seit dem Jahr 2004 ist sowohl Betteln als auch Musizieren in Bus und Bahn verboten, 40 Euro kostet ein Vergehen. Wegen des erhöhten Beschwerdeaufkommens weist die Hochbahn in den U-Bahnen verstärkt auf die Einhaltung der Beförderungsbedingungen hin. Dies geschieht sowohl über das Fahrgastfernsehen als auch über Durchsagen. Ein Bahnsprecher zur MOPO: „Unser Ziel ist, unsere Fahrgäste sicher, pünktlich und so angenehm wie möglich zu befördern. Aus diesem Grund müssen wir auf die Einhaltung der Beförderungsbedingungen bestehen und weisen – wie auch die Hochbahn – auf diese hin.“
Seit Corona sei die Zahl der Fahrgäste wieder stark gestiegen, so auch die Anzahl der Sicherheitskräfte der Bahn.
Der Sprecher weiter: „Ungeachtet davon berührt uns natürlich auch die Situation von Menschen in Not. Deswegen empfehlen wir aktiv die Spende an eine lokale Hilfsorganisation, die sich vor Ort kümmert.“ (lb)