Mega-Brückenabriss: Vollsperrungen in der Hamburger City – Verkehrschaos droht
Auto- und Bahnfahrer aufgepasst! Beim Neubau der Berlinertordammbrücke im Herzen der Hamburger City geht es in die nächste Runde: Schon bald starten die komplexen Abrissarbeiten am nördlichen Teil der Brücke, die nicht nur über die vielbefahrene Straße Bürgerweide, sondern auch S-Bahn- und Fernbahn-Gleise überspannt. Dazu stehen im März mehrere Vollsperrungen an, die erste am 5. März.
Seit Januar 2024 wird die Berlinertordammbrücke bereits Stück für Stück abgerissen und neu gebaut. Teile der Brücke sind bereits 122 Jahre alt und haben damit ihre Lebensdauer deutlich überschritten. Im Jahr 2010 wurden schon sogenannte „Sicherungsstützen“ eingebaut, die 2017 noch einmal verlängert wurden. Die Bedingung: Spätestens im Jahr 2024 müsse mit dem Abbruch und Neubau begonnen werden.
Abriss der nördlichen Berlinertordammbrücke startet
Der südliche Teil der Brücke, die den Hamburger Osten mit der Innenstadt verbindet, wurde in den Jahren 2024 und 2025 bereits erneuert – jetzt ist der nördliche Teil an der Reihe. Davon betroffen ist nicht nur die darunter verlaufende Straße Bürgerweide, die täglich von 70.000 Fahrzeugen genutzt wird, sondern auch Gleise der S- und Fernbahn, zum Beispiel in Richtung Lübeck.
Ein 1200-Tonnen-Schwerlast-Kran, der darauf spezialisiert ist, besonders große Gewichte über hohe Distanzen zu transportieren, wird die einzelnen Teile der Brücke herausreißen. „Welche Teile wann und in welcher Form abgerissen werden, wurde vorher mithilfe von Koordinaten minutiös geplant und berechnet“, erklärt Projektleiterin Ines Thierfelder vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG). „Die schwersten Teile wiegen 58 Tonnen.“ Auf der Bürgerweide wird ein Kiesbett ausgelegt, damit die Straße darunter nicht beschädigt wird.
Die Sperrungen der Berlinertordammbrücke im Überblick
An insgesamt drei Wochenenden im März sind Vollsperrungen geplant, teilweise auch unter der Woche: Los geht’s am Donnerstag, 5. März ab 22 Uhr bis Montag, 9. März um 5 Uhr. In dieser Zeit sind die Bürgerweide und die Berlinertordammbrücke für den Verkehr abgeriegelt. Als Ausweichstrecke stehen die Eiffestraße/B5 sowie die Verbindung Sechslingspforte/An der Alster zur Verfügung. Für Radfahrer und Fußgänger werden Umleitungen ausgeschildert. Die Bahnen fahren an diesem Wochenende noch normal.
Die nächste Vollsperrung für Autofahrer gibt es dann am Freitag, 20. März, 22 Uhr bis Montag, 23. März, 5 Uhr. Dazu kommt: Ab Freitag, 20. März um 0 Uhr bis Montag, 23. März um 4 Uhr, sind die Gleise der Deutschen Bahn ebenfalls gesperrt.
Die vorerst letzte Vollsperrung für den Brückenabriss findet dann vom Samstag, 28. März, 22 Uhr bis Dienstag, 31. März um 5 Uhr statt. In der Zeit von Sonntag, 29. März, um 0 Uhr bis Montag, 30. März, um 4 Uhr fahren keine Bahnen.
An beiden Wochenenden wird es auf der S-Bahn-Linie S1 einen Ersatzverkehr zwischen Berliner Tor und Wandsbeker Chaussee geben. Die Deutsche Bahn verlegt in der Sperrpause zudem neue Schwellen und arbeitet an der neuen S-Bahn-Linie S4.
Ab 2027 soll die Brücke für den Verkehr freigegeben werden
Ein Reservewochenende hat der LSBG noch für den 11. April eingeplant: „Wir hoffen, dass wir es nicht brauchen“, sagt Projektleiterin Thierfelder. „Aber der Kran ist aufgrund seiner Höhe sehr windempfindlich. Ab Windstärke 4 muss der Kranführer entscheiden, ob das präzise Arbeiten noch möglich ist.“ Während des Abrisses der südlichen Brücke habe das Wetter damals zum Glück mitgespielt. Windstärke 4 mit Geschwindigkeiten zwischen 20 und 28 km/h wird als „mäßige Brise“ eingestuft.
Ist all das geschafft, steht allerdings noch der Neubau des nördlichen Brücken-Abschnitts bevor, der für Ende November 2026 eingeplant ist. Im Jahr 2027 sollen Autofahrer dann voraussichtlich über die neue Berlinertordammbrücke fahren. Insgesamt kostet das Projekt rund 80 Millionen Euro.