Hamburg

Mega-Baustelle Sternbrücke: Massive Einschränkungen für Zug- und Autofahrer

Eine Visualisierung der neuen Sternbrücke von der Max-Brauer-Allee aus gesehen.

Die neue Sternbrücke wird im Sommer eingehoben. Während der Sperrpause bündelt die Bahn gleich mehrere Großprojekte. Das bedeutet große Einschränkungen im Zugverkehr – aber auch auf den Straßen. 

Da kommt was auf Hamburgs Bahnfahrgäste zu! Im Sommer ersetzt die Deutsche Bahn nach vielen Jahren des Baus und der Diskussionen die Sternbrücke durch einen gigantischen Neubau. Dafür muss die Bahnstrecke über Wochen komplett gesperrt werden, genauso wie ein Teil der Max-Brauer-Allee. In einer weiteren Straße wird eine Schranke für Autos errichtet. Gleichzeitig werkelt die Deutsche Bahn noch an anderen Großprojekten. Was Auto- und Öffi-Fahrer wissen müssen:

„Hier bekommt man wirklich erst einen Eindruck, welche Dimensionen dieses Projekt hat und welche meisterhafte Ingenieurleistung dahintersteckt“, sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) am Mittwoch. Auf der Baustelle am Schulterblatt, direkt unter der neuen Sternbrücke, stellte er unter anderem mit S-Bahn-Chef Jan Schröder und Michael Körber von der DB InfraGO das überaus komplexe Verkehrskonzept für den Sommer vor.

Neue Sternbrücke soll Ende Juli eingehoben werden

An erster Stelle steht der Einhub der neuen Sternbrücke Ende Juli. Die 108 Meter lange und 25 Meter hohe Konstruktion soll die fast 100 Jahre alte Brücke an der Kreuzung Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße ersetzen.

Die ehemalige Sternbrücke: Nach Abschluss der Bauarbeiten im Sommer entstehen unter und neben der Brücke neue öffentliche Flächen und Gebäude. (Archivbild)

Dafür wird die Max-Brauer-Allee zwischen Stresemannstraße und Schulterblatt ab dem 26. Juni bis zum 2. September für Autos gesperrt. Radfahrer werden über die Thadenstraße – Holstenstraße umgeleitet, die Fußgänger in Baufeldnähe. Ab dem 17. Juli wird dann auch der Kreuzungsbereich Stresemannstraße für Autos tabu: Dann beginnt die Bahn mit dem Abriss der alten Brücke. 

Das sind die ausgewiesenen Ausweichstrecken für Autos

Die Ausweichstrecken der Autos führen über die dafür extra geöffnete Elbchaussee, die Fruchtallee sowie die Holstenstraße/Reeperbahn. Um Wohnquartiere von dem Umleitungsverkehr zu entlasten, wird an der Kreuzung Eimsbütteler Chaussee/Waterloostraße eine Schranke installiert. Autos können so nicht dorthin ausweichen, Busse dürfen mithilfe von Kennzeichen-Erkennung durchfahren.

Denn auch die Buslinien 3, X3 und 15 müssen während der Zeit größere Umleitungen in Kauf nehmen und werden über Schulterblatt – Eimsbüttler Chaussee – Doormansweg geführt. Hierfür werden vier Ersatzhaltestellen eingerichtet.

S-Bahnen können fünf Wochen nicht über die Verbindungsbahn

Die S-Bahnen können zwischen 17. Juli und 13. August nicht zwischen Altona und Sternschanze fahren. In der Zeit wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Aufgrund der Straßensperrungen fahren die Busse allerdings über die Eimsbütteler Chaussee und die Alsenstraße. Die Züge der Linie S2 fahren von Bergedorf über Dammtor bis zur Sternschanze. Die S5 wird durch den Citytunnel umgeleitet.

Neben der Sternbrücke werkelt die Deutsche Bahn auch noch an der Eisenbahnbrücke Holstenstraße, an der Eisenbahnbrücke Schanzenstraße sowie am neuen elektronischen Stellwerk Altona. Letzteres betrifft vor allem den Regional- und Fernverkehr aus und in Richtung Norden.

Das gilt für den Regionalverkehr in den Norden

Vom 18. Juli bis zum 20. August wenden die Regio-Linien RE 7 Hamburg Hbf –  Flensburg / Kiel Hbf und RE 70 Hamburg Hbf – Kiel Hbf sowie RE 6 Altona – Westerland mehrheitlich in Pinneberg. Teilweise gibt es Bauphasen mit ganztägigen Ausfällen und Ersatzverkehr, insbesondere auf der RE 70. Details gibt es auf den Webseiten der Deutschen Bahn, in den Apps und auf Hinweisschildern am Bahnhof.


Um den Bahnhof Pinneberg zu entlasten, ist dort zusätzliches Servicepersonal eingeplant sowie eine Taktverdichtung der S-Bahn. An den Wochenenden fährt die S5 bis Pinneberg. Zusätzlich wird samstags und sonntags der Zehn-Minuten-Takt der S3 auf den Streckenabschnitt Elbgaustraße – Pinneberg erweitert.

Auf der Strecke zwischen Hamburg Itzehoe/Wrist verkehren die Züge der Linien RB 61 und RB 71 in den unterschiedlichen Bauphasen auf Teilstrecken. Im längsten Zeitraum vom 22. Juli bis zum 12. August um 22 Uhr beginnen und enden alle Zugfahrten in Pinneberg.

Am 13. und 14. August führen die Fahrten wieder bis/ab Bf. Altona. Am 15. August kann das reguläre Fahrplanangebot geleistet werden, während ab dem 16. August die Züge erneut nur ab/bis Pinneberg fahren.

Die Zugfahrten der Linie RB 60 entfallen zwischen dem 20. Juli und 12. AugustIm Gesamtzeitraum werden montags bis freitags auf den meisten Verbindungen verlängerte Züge eingesetzt, um die Platzkapazitäten zu erhöhen.

Fernverkehr in Hamburg im Sommer ebenfalls massiv betroffen

Aber auch der Fernverkehr ist von den Baumaßnahmen zwischen dem 18. Juli und 15. August umfangreich betroffen. In Altona und Dammtor entfallen sämtliche Fernverkehrshalte. In Neumünster und Kiel entfällt die Mehrheit der Fernverkehrshalte. Ersatzweise hält ein Teil der Fernzüge in Harburg, Bergedorf beziehungsweise Pinneberg. Einzelne Züge Richtung Berlin und Süddeutschland entfallen vorübergehend. Die genauen Fahrpläne sind bereits in die Auskunfts- und Buchungssysteme der Deutschen Bahn eingearbeitet.

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