Massiver Stromausfall: Kann so etwas wie in Berlin auch in Hamburg passieren?
In Berlin müssen nach einem Anschlag auf das Stromnetz Zehntausende ohne Strom zurechtkommen. Hamburgs städtischer Netzbetreiber Energienetze verfügt nach eigener Aussage über ein eigenes Schutzkonzept.
Nach dem Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz hat das Unternehmen Hamburger Energienetze mitgeteilt, dass zentrale Anlagen seiner Infrastruktur in der Hansestadt umfassend geschützt seien.
Hamburger Stromnetz weitestgehend geschützt
Der Anschlag mache deutlich, wie groß die Gefahr solcher Attacken sei, sagte ein Sprecher des städtischen Netzbetreibers auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Er räumte aber ein: „Eine umfassende Absicherung aller Anlagen kommt dann an ihre Grenzen, wenn mit einem hohen Maß an krimineller Energie vorgegangen wird.“
Das Schutzkonzept sei vergangenes Jahr überprüft worden, sagte der Sprecher weiter. Anlass war ein Anschlag auf die Berliner Strominfrastruktur schon im September 2025. Die Energienetze besitzen den Angaben zufolge Notstromaggregate, die ein Quartier zeitweise versorgen können. Zudem beschäftige das Unternehmen Reparaturmitarbeiter, die rund um die Uhr eingesetzt werden könnten. Einzelheiten zu dem Konzept wurden aber nicht genannt.
Hamburger Linken-Politiker verurteilt Berliner Anschlag
Im aktuellen Fall hatte der Anschlag in Berlin von mutmaßlichen Linksextremisten zu einem Stromausfall im Südwesten der Stadt geführt. Der Ausfall dauert seit Samstagmorgen an. Zunächst waren 45.000 Haushalte betroffen. Davon erhielten den Angaben nach rund 15.000 bis Sonntagabend wieder Energie.
Der Hamburger Vorsitzende der Linkspartei, Jan van Aken, reagiert empört: „Diese Aktion ist total Panne, da ist sich die gesamte Linkspartei einig, dass das nicht richtig ist“, so van Aken. „Da sitzen jetzt Tausende Menschen allein im Dunkeln in ihren Wohnungen und frieren. Für mich ist linke Politik eine, die an der Seite der Menschen steht.“
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Van Aken zeigte sich zugleich verwundert, dass ein Kabelbrand ausreiche, so viele Menschen von der Stromversorgung abzuschneiden. Zudem verstehe er nicht, dass die Behörden nicht an den Türen aller Betroffenen einmal geklopft hätten, um zu sehen, ob alles in Ordnung sei. Lautsprecheransagen der Polizei allein reichten nicht. Laut van Aken sei der Katastrophenschutz zusammengespart worden. (dpa)
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