Massive Veränderungen: Das sind Hamburgs wichtigste Baustellen und Verkehrsprojekte
Schneller, autonomer – und viele Sperrungen: Das Bild auf Hamburgs Straßen soll sich im Jahr 2025 massiv verändern. Mehrere autonome Fahrzeuge werden durch die Stadt düsen, bei einer wichtigen Autobahnbrücke steht eine Entscheidung an und im Hamburger Osten gräbt die Hochbahn weiter für die neue U-Bahn-Linie U5. Außerdem: Der Bau eines im Stadtteil heiß diskutierten Verkehrsvorhabens soll tatsächlich starten. Die MOPO stellt die wichtigsten Projekte für das neue Jahr vor.
Neue Haltestelle wird gebaut: Das ist bei der U5 los
Die U1 war von Anfang November bis Mitte Dezember zwischen Ohlsdorf und Lattenkamp gesperrt. Inzwischen fahren dort zwar wieder Züge, doch immer noch ohne Halt an der Sengelmannstraße. Die wird ab dem 20. Januar endlich wieder eröffnet. Währenddessen laufen die Bauarbeiten an dem Bahnhof aber weiter, ab 2029 soll am südlichen Bahnsteig die neue U5 halten.
In Steilshoop geht es im neuen Jahr währenddessen los mit den offiziellen Bauarbeiten für die neue U5-Haltestelle. Die neue Linie soll künftig am derzeit heruntergekommenen Einkaufszentrum in der Gründgensstraße halten. Dort ansässige Geschäftsleute klagten allerdings bereits, dass sie aufgrund der Baustelle schon seit Monaten komplett abgeschnitten sind. Denn durch die betroffene Straße fahren für die nächsten neun Jahre überhaupt keine Busse mehr.
Mehrere autonome Fahrzeuge in der Stadt unterwegs
Mitte 2025 starten Moia und die Hochbahn ihr Projekt „Alike“: In einem 37 Quadratkilometer großen Gebiet vom Schlump bis nach Wandsbek werden die Shuttles der beiden Unternehmen autonom auf Testfahrten unterwegs sein. Das Fahrzeug von Moia ist der ID Buzz AD von VW, der Platz für vier Fahrgäste hat. Der Holon-Bus der Hochbahn ist fünf Meter lang und kann bis zu 15 Fahrgäste mitnehmen.
Im Hamburger Süden startet zeitgleich das autonome Projekt der VHH mit dem Namen „ahoi“. Die Shuttle-Busse sehen so ähnlich aus wie die der Hochbahn, bieten allerdings nur Platz für bis zu neun Leute. Die Fahrzeuge werden im Stadtteil Harburg getestet. Bei allen autonomen Testprojekten ist derzeit noch ein Sicherheitsfahrer an Bord.
U2/U4-Haltestelle Horner Rennbahn auf der Zielgeraden
Pendler im Hamburger Osten können bald aufatmen: Ab April 2025 können sie endlich wieder aus Richtung Mümmelmannsberg/Billstedt ohne Umstieg an der Horner Rennbahn in die City und zurück fahren. Seit Mai 2023 baut die Hochbahn dort ein sogenanntes „Kreuzungsbauwerk“, an dem sich künftig die Linien U2 und U4 trennen werden. Ab 2026 soll die U4 dann nicht mehr wie gehabt bis nach Billstedt sondern weiter bis zur Horner Geest fahren.
Die Klage zur A26-Ost wird verhandelt
Im Februar hatten die Umweltverbände Nabu und BUND Klage gegen den Bau der A26 Ost eingereicht, die als Hafenquerung ab 2025 gebaut werden soll. „Es zerstört die Natur, ist mit den Klimazielen nicht vereinbar und zudem mit geschätzten 2,3 Milliarden Euro sündhaft teuer“, formulierten die Verbände ihre Gründe. Vor allem im ersten Abschnitt Moorburg würden wertvolle Moorböden zerstört.
Für den 21. Mai 2025 ist die Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht angesetzt. Da ein Eilantrag jedoch abgewiesen wurde, laufen in diesem Abschnitt bereits erste bauvorbereitende Arbeiten weiter. Im Bereich des Katenwegs sollen 2025 zudem die Arbeiten für eine Behelfsbrücke über die Bahngleise beginnen.
Eine neue Norderelbbrücke für die Schiene
Nicht nur die Norderelbbrücken der Autobahn sind marode und müssen ersetzt werden – das Gleiche gilt für die Norderelbbrücken der Deutschen Bahn. Im Mai dieses Jahres hatte das Unternehmen zusammen mit der Stadt Hamburg dafür einen Planungswettbewerb ausgeschrieben – die Ergebnisse dafür werden im Jahr 2025 vorgestellt. Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) hatte im Vorfeld angeregt, die Norderelbbrücke beim Neubau sechsgleisig auszubauen, das bedeutet zwei Gleise mehr für den Regional- und Fernverkehr.
Bei der Norderelbbrücke für die Autos sollen währenddessen erste vorbereitende Arbeiten für einen Neubau beginnen. Mit dem Bau wird allerdings erst im Jahr 2026 begonnen.
Umstrittenes Projekt „freiRaum Ottensen“ beginnt offiziell
Kaum ein Verkehrsprojekt ist im Stadtteil so heiß diskutiert wie „freiRaum Ottensen“, das weniger Platz für Autos und dafür mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer schaffen will. Die Ottenser Hauptstraße und die Bahrenfelder Straße sollen komplett umgebaut werden, dafür sagte der Bund im August eine Förderung in Höhe von 2,7 Millionen Euro zu. Ende 2025 sollen die Umbauarbeiten laut Bezirk jetzt tatsächlich starten. In den ersten Monaten des neuen Jahres sollen zudem erste Pläne erarbeitet werden, wie der neu gewonnene Platz genutzt werden kann.
Baubeginn für neue S4-Stationen in Hamburg
Die neue S-Bahnlinie S4 soll ab 2029 Altona mit Bad Oldesloe verbinden und fädelt sich ab der S1-Haltestelle Hasselbrook aus dem Bestandsnetz auf eine neue Streckenführung aus. Für den zweiten Bauabschnitt von der Luetkensallee bis zur Landesgrenze Schleswig-Holstein hat der Bund jetzt die Förderung in Höhe von 597 Millionen Euro zugesagt. Ab 2025 wird voraussichtlich mit dem Bau der zwei neuen Bahnstationen Pulverhof in Farmsen-Berne und Holstenhofweg in Tonndorf begonnen.