Marode SAGA-Häuser: Weitere Mieter müssen Wohnungen verlassen
Risse in den Wohnungen, Risse im Treppenhaus, Risse im Keller, Schimmel und bröckelnder Putz: Im August berichteten SAGA-Mieter des Wohnkomplexes Nummer 162-184 an der Kieler Straße der MOPO von diesen Problemen. Ein Teil des Gebäudes musste sogar geräumt werden. Jetzt steht fest: Weitere Bewohner müssen ihre Wohnungen verlassen.
„Hier wurde jahrelang nichts gemacht und jetzt haben wir das Chaos“, beschwerte sich Mieterin Michelle G. Anfang August bei der MOPO. Sie erzählte von Ratten, die „fröhlich ihre Löcher graben“, von bröckelndem Putz – und zeigte bei einem Rundgang die teils massiven Risse, vor allem im Keller und Treppenhaus.
Mitte Juli hatten die 23 Mieter in den Häusern Nummer 180-184 in einem Brief von der SAGA erfahren, dass in ihrem Gebäude „erhebliche bauliche Mängel“ festgestellt worden waren und die Standsicherheit deshalb nicht mehr gewährleistet sei. Bis Mitte September wurden sie von der SAGA in entsprechende Ersatzwohnungen umquartiert. Für die restlichen 76 Wohnungen des gesamten Komplexes hatte das Unternehmen weitere Gutachten beauftragt.
Diese sind jetzt da und es zeigt sich: Auch bei den Nummern 174-178 ergeben sich für 24 Mieter „perspektivisch Handlungsbedarfe“. „Das Problem sind die Bodenbeschaffenheit und die Fundamente“, erklärt SAGA-Sprecher Gunnar Gläser. Der Sand kippe langsam weg, dadurch entstünden die Risse.
SAGA-Mieter in der Kieler Straße müssen Wohnungen verlassen
Allerdings müssen die betroffenen Mieter nicht von heute auf morgen ihr Zuhause verlassen, betont Gläser. Ziel sei es, dass bis Ende August 2026 alle in passende Ersatzwohnungen umquartiert werden. „Dem vorausgehend werden in persönlichen Gesprächen die Wünsche der Mieterinnen und Mieter für ihre neuen Wohnungen aufgenommen, um sie bestmöglich zu versorgen.“
Der dritte und letzte Teil des Gebäudekomplexes, die Nummern 162-172 mit 52 Wohnungen, ist laut dem Gutachten wiederum nicht von den baulichen Schäden betroffen. Wer sich dort aber nicht mehr wohlfühle, könne ebenfalls bei der SAGA nach einer Ersatzwohnung anfragen. Prioritär würden allerdings zunächst die Nachbarn aus 174-178 behandelt. All das wurde bei einer Mieterversammlung am Mittwochabend besprochen.
Was mit dem Bau aus dem Jahr 1929 langfristig passieren wird, ist laut der SAGA noch offen: Im Raum stehen entweder eine Sanierung oder der komplette Abriss mit anschließendem Neubau.