Marode Eishalle Stellingen: Sanierung vom Tisch – Teilabriss geplant
Die neue Eislaufsaison hat bereits begonnen – dieses Jahr jedoch ohne die Eis- und Radbahn in Stellingen. Seit Jahren war bekannt, dass ihr historisches Dach marode ist, jetzt besteht sogar Einsturzgefahr. Für Hamburgs Eissportler und Familien muss eine schnelle Lösung her, denn viele Alternativen gibt es nicht. Die Politik will nun endlich mit einer Finanzspritze eingreifen – für eine langfristige Lösung reicht die aber nicht.
125.000 Euro wollen die Fraktionen von SPD und Grünen in der Bürgerschaft auf den Weg bringen. Finanziert werden sollen damit sowohl eine Übergangslösung für Hamburgs Eissportler als auch Vorplanungen für einen Neubau. Wie genau die Übergangslösung aussehen soll, ist bislang unbekannt.
Fest steht: „Das Membrandach wird zeitnah abgerissen, die Planung dazu erfolgt durch die Gebäudemanagement Hamburg GmbH (GMH). Aktuell werden die Kosten für den Rückbau ermittelt“, sagt eine Sprecherin des Bezirksamts Eimsbüttel auf MOPO-Anfrage. Dass eine Sanierung der Dachkonstruktion keine Option ist, war allerdings schon länger bekannt.
Eishalle Stellingen: Marodes Dach war lange bekannt
Die Rad- und Eishalle neben der U-Bahn-Station Hagenbecks Tierpark ist eine der letzten in Hamburg. Im Jahr 1995 erhielt sie ihr markantes, weißes Zeltdach, für das es damals sogar den Architekturpreis „Bauwerk des Jahres“ gab.
Schon 2019 war in einem Entwicklungskonzept für die „Sportanlage Hagenbeckstraße“ der Stadt zu lesen, dass eine Sanierung der Anlage „nicht sinnvoll“ ist. Klar war auch, dass innerhalb der nächsten vier Jahre eine Lösung gefunden werden musste und dass die Eigentümerin, das Bezirksamt Eimsbüttel, diese nicht allein finanzieren konnte. 2023 gab es sogar eine „Marktpotenzialanalyse“ für einen Neubau der Eis- und Radsporthalle. Doch ein tatsächlicher Neubau lag in weiter Ferne.
Inzwischen ist das Dach einsturzgefährdet und den Eissportlern bleibt zum Saisonauftakt nur noch die Eishalle in Farmsen sowie die offene Eisbahn in „Planten un Blomen“.
Geld für Vorplanungen – aber nicht für einen Neubau
„Uns ist klar, dass die zahlreichen Nutzer:innen aus Sportvereinen, Schulen und dem öffentlichen Schlittschuhlauf neben kurzfristigen Alternativen auch langfristige Planungssicherheit brauchen“, sagt Juliane Timmermann, Sportexpertin der SPD-Fraktion. „Ein moderner Sportpark, der sowohl den Anforderungen des Leistungssports als auch den Bedürfnissen von Schulen und Hobbysportler:innen gerecht wird und dabei konsequent das Klima schont“, ergänzt Alske Freter, Sportexpertin der Grünen-Fraktion.
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Darum sollen die bisherigen Planungen im Bezirk jetzt in den Senatsbehörden fortgeführt werden. Mit dem Geld, dass die Fraktionen locker machen, sollen auch die Vorplanungen für einen Neubau vorangetrieben werden. Letzten Kostenschätzungen zufolge dürfte der allerdings mindestens 105 Millionen Euro kosten – Geld, das weder der Bezirk noch die Stadt aktuell allein aufbringen könnten.