Hamburg

Maritim und alpin zugleich: Hamburgs schönster Spazierweg

Lucas und Davi buddeln am Strand von Wittenbergen im Sand.
Fast wie am Meer: der Elbstrand in Wittenbergen

Ganz schön anstrengend, dieser Weg. Aber es lohnt sich. Weite Ausblicke, Wald, Steilküste und einen Strand wie am Meer. Hamburgs schönster Spazierweg hat einiges zu bieten. 

Wasserflasche einpacken – und auch Wanderschuhe und eine Decke können nicht schaden. Der Elbhöhenweg liegt zwar in der norddeutschen Tiefebene, aber auf und ab geht es trotzdem. Etwa drei Stunden und gute Kondition braucht man für die Strecke zwischen Römischem Garten in Blankenese und Wittenberger Strand in Rissen. Eine anstrengende, aber lohnenswerte und abwechslungsreiche Tour, die mit vielen Ausblicken und einem Strandbesuch belohnt wird. 

Mit der S-Bahn nach Blankenese, und dann entweder zu Fuß weiter durch das Treppenviertel oder mit der Buslinie 488 (intern „Bergziege“ genannt) und gegenüber der Haltestelle „Elbhöhenweg“ starten. Eine Holzbrücke führt in den verwunschenen Römischen Garten, der mit Amphitheater, Terrassen, Buchsbaumhecken und Steingeländern im Stil der italienischen Renaissance überrascht und begeistert. 

Der Elbhöhenweg führt an einer Galerie im Poolhaus vorbei

Geometrische Skulptur im begrünten Innenhof vor modernen Gebäuden und Glasfronten.
Das Poolhaus in Blankenese wurde zu einer Kunstgalerie umgebaut, die nach Voranmeldung besucht werden kann.

Bergauf und bergab, ganz schön anstrengend. Hier und da gibt es freien Elbblick auf dem Höhenweg in Richtung Falkenstein. Am Grotiusweg lohnt ein kurzer Abstecher zum Poolhaus mit seinem großen Garten. Hier zog der Verleger Axel Springer vor Jahrzehnten seine Bahnen, heute ist der Pool trockengelegt und das Haus wurde zu einer Kunstgalerie umgestaltet. Die beiden aktuellen Ausstellungen „Walden“ von Dominik Halmer und die virtuelle Installation „Künstliche Götter – ein Tempel für die KI“ von Dennis Rudolph laufen noch bis zum 30. August, können aber nur nach Voranmeldung besucht werden. Axel Springer wohnte in den 1960er Jahren nur etwa zehn Fußminuten entfernt in der Villa Michaelsen und bezog das Poolhaus als Zwischenquartier, während seine Villa renoviert wurde. Später schenkte der Verleger das Landhaus der Stadt Hamburg.

Villa mit Weitblick

Moderne weiße Villa mit Glasfronten in dichter grüner Hanglage.
Der Verleger Axel Springer lebte einige Zeit im Landhaus Michaelsen am Falkensteiner Ufer.Heute ist hier das Puppenmuseum untergebracht.

Sowohl das weiße, im Bauhausstil errichtete Landhaus Michaelsen als auch das Poolhaus liegen im Sven-Simon-Park, benannt nach dem verstorbenen Sohn Axel Springers, der unter diesem Pseudonym als Fotograf arbeitete. Seit 1985 ist im Landhaus das Puppenmuseum untergebracht. Von hier oben haben Spaziergänger den besten Blick über Elbe und Hafen – weiße Bänke laden zu einer Pause mit Weitblick ein.

Abstieg zum Strand

Ab jetzt geht es bergab. Tschüss Parks und Wald, hallo Strand! Und der ist hier schon ziemlich breit. Heller Sand, bei gutem Wetter und etwas Wohlwollen fast blaues Wasser – ein Hauch von Karibik oder zumindest von der Ostsee lässt Urlaubsfeeling aufkommen. Hier kommt jetzt auch die mitgebrachte Decke zum Einsatz. Schiffe gucken, ausruhen – perfekt! Oder man folgt dem Schild zum Café Lüküs. Das gehört zum Campingplatz direkt am Elbufer. 

Weiter nach Wedel

Wer den Weg bis zum Ende – also bis zum Schulauer Fährhaus in Wedel – gehen möchte, ist für die nächste Zeit auf die flache Strecke entlang der Elbe angewiesen. Der Otto-Schokoll-Höhenweg, der von Wittenbergen bis nach Wedel führt,  ist nach einem Hangrutsch vor zehn Jahren weiterhin durchgängig gesperrt und soll nun endlich ab diesem Sommer auf der alten Trasse aufwändig saniert und wieder hergestellt werden.



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