Marathon wird politisch: Banner mit klarer Botschaft aufgetaucht
Hamburg ist im Laufrausch, doch entlang der Strecke wird es auch politisch. Beim Hamburg Marathon setzen Aktivisten ein deutliches Zeichen gegen Olympia.
Rund 46.000 Sportler gehen am Sonntag beim Haspa-Marathon an den Start, dazu werden etwa 300.000 Zuschauer entlang der 42,195 Kilometer langen Strecke erwartet. Vom Messegelände führt die Route quer durch die Stadt bis nach Othmarschen, an der Elbe entlang zurück, vorbei an Alster und Stadtpark bis nach Ohlsdorf – Hamburg im Ausnahmezustand.
Aktivisten protestieren mit Banner bei Marathon gegen Olympia
Doch nicht alle feiern das große Laufspektakel. An den Häusern der St. Pauli Hafenstraße hängt ein unübersehbares Banner: „Olympiawahnsinn in die Tonne!“ und „Nein heißt Nein: NOlympia Hamburg“. Eine klare Botschaft gegen die Pläne des Senats, die Stadt für Olympische Spiele ins Rennen zu schicken.

Tatsächlich steht Hamburg vor einer Grundsatzentscheidung: Ende Mai stimmen rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte über eine mögliche Bewerbung für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 ab. SPD, Grüne und CDU unterstützen das Vorhaben, der Deutsche Olympische Sportbund will im Herbst entscheiden, welche deutsche Stadt ins internationale Rennen geht.
Linken nennen Bewerbung eine „Scheißidee“
Vor allem von links kommt Widerstand. Die Linke lehnt die Bewerbung strikt ab und kritisiert, der Senat stecke Millionen in Werbung, während zentrale Probleme ungelöst blieben. Von einer „Scheißidee“ ist intern die Rede.
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Dass der Protest ausgerechnet an der Hafenstraße sichtbar wird, überrascht kaum. Die Häuser stehen seit den 1980er-Jahren wie kaum ein anderer Ort in Hamburg für linken Widerstand und politische Gegenkultur. Dass hier am Marathon-Sonntag nicht nur gelaufen, sondern auch demonstriert wird, passt ins Bild.
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