Malte Zierden trägt den geretteten blinden Hund auf dem Arm.

Malte Zierden trägt den geretteten blinden Hund auf dem Arm. Foto: Screenshot Instagram

Hamburger Influencer rettet blinden Hund aus Tötungsstation

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Taro sollte längst tot sein. So will es das rumänische Gesetz. Vierzehn Tage – mehr Zeit bleibt einem Hund nicht, wenn er von der Straße gefangen wird. Wird er während dieser Frist nicht adoptiert, darf er getötet werden. Euthanasie nennen es die Behörden.

Taro ist blind. Ein Akita, abgemagert und schwach. Angeblich bissig, gefährlich, nicht vermittelbar. Einer, der auf der Liste steht.

Als der deutsche Influencer und Tierschützer Malte Zierden mit seinem Team eine Hundetötungsstation in Rumänien betritt, trifft er auf Taro. Malte geht auf ihn zu. Kein Knurren. Kein Zähnefletschen. Der blinde Hund ist zutraulich, lässt sich streicheln. All das ist in seinem neuesten Video auf Instagram zu sehen.

Seit 2013 erlaubt das sogenannte „Euthanasiegesetz“ in Rumänien das massenhafte Einfangen und Töten von Hunden. Wenn Hunde nicht innerhalb von 14 Tagen adoptiert werden, dürfen sie euthanasiert werden.

Rumänien hat ein Straßenhundeproblem

Die Wurzeln des Problems reichen tief zurück. In den 1980er-Jahren, während der Ceaușescu-Ära, wurden zahlreiche Menschen in Plattenbauwohnungen umgesiedelt. Hunde, für die kein Platz mehr war, wurden massenhaft ausgesetzt. Über Jahrzehnte wuchs daraus eine riesige Straßentierpopulation. Heute gilt Rumänien als das Land mit den meisten heimatlosen Hunden in Europa.

Fachorganisationen halten diese Strategie seit Jahren für wirkungslos: Die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) stellt fest, Massentötungen von Hunden seien ineffektiv und könnten sogar kontraproduktiv sein. Der sogenannte Vakuum-Effekt beschreibt, was nach großflächigen Tötungsaktionen passiert: Freigeräumte Gebiete werden schnell von anderen, nicht kastrierten Hunden besiedelt, die sich aufgrund des fehlenden Konkurrenzdrucks sogar schneller vermehren.

Peta prangert Umgang mit Straßenhunden in Rumänien an

Laut Peta ist das Töten von Hunden für viele ein lukratives Geschäft. Der Staat zahlt Prämien von bis zu 50 Euro pro gefangenem Hund an die Fängerinnen. Betreiberinnen und Veterinär*innen der Tierheime erhalten weitere Steuergelder für Verwahrung und „Betreuung“ – bis zu 250 Euro pro Hund. So entsteht eine perfide Catch-and-kill-Industrie.

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Malte Zierden und sein Team nehmen Taro – und weitere Hunde – mit nach Deutschland, um sie hier weiterzuvermitteln. Und er hat sich ein Ziel gesetzt: die Hundetötungen in Rumänien zu beenden.

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