100.000 Euro Schaden nach Regenpanne: Luxus-Karre in Hamburg sorgt für Spott
Mitten im Feierabend-Trubel der Hamburger Innenstadt wurde ein weißer McLaren 720S Spider am Mittwochabend plötzlich zur wohl teuersten Badewanne der City. Während draußen typisches Hamburg-Wetter mit sechs Grad und kräftigen Regenschauern durch die Straßen zog, stand der britische Supersportwagen mit halboffenem Verdeck vor den Restaurants in der Rathausstraße (Altstadt) – und lief langsam, aber sicher voll Wasser. Ein Hamburger Sportwagenspezialist schätzt den Schaden auf über 100.000 Euro.
Der Wagen, dessen Marktwert je nach Ausstattung auch gebraucht noch deutlich über 200.000 Euro liegen kann, stand nach Aussagen umliegender Wirte bereits seit etwa 19 Uhr in der Straße. Offenbar hatte der Fahrer den Wetterbericht entweder ignoriert oder dem Hamburger Frühling schlicht etwas zu viel Vertrauen geschenkt.
Während Gäste unter Markisen flüchteten und Kellner hastig Tische und Stühle ins Trockene räumten, sammelte sich Regenwasser im Innenraum des weißen McLaren. Auf einigen Sitzen standen bereits sichtbare Wasserpfützen. Besonders absurd wirkte die Szene, weil das elektrohydraulische Dach wohl weder ganz geöffnet noch vollständig geschlossen war.
Es gibt kein schlechtes Wetter – nur wasserfeste Fehlentscheidungen
Rund um die Lokale entwickelte sich der Supersportwagen schnell zum Gesprächsthema des Abends. Gäste blickten immer wieder auf den Wagen: Wirte fragten hektisch herum, ob jemand den Besitzer kenne, überlegten laut, ob man den Innenraum mit Mülltüten oder improvisierten Abdeckungen retten könne. Schaulustige und Passanten fotografierten den Wagen im Minutentakt, spöttisch grinsend, und warteten beinahe sehnsüchtig darauf, dass endlich jemand auftauchte und den McLaren von seiner unfreiwilligen Dusche erlöste. Der Besitzer blieb jedoch verschwunden.

Gegen kurz vor Mitternacht war der Wagen schließlich nicht mehr vor Ort. Ob der in Niedersachsen zugelassene McLaren noch aus eigener Kraft wegfahren konnte oder abgeschleppt werden musste, bleibt offen. Sicher scheint nur: Neben einer vermutlich sehr feuchten Heimfahrt hat den Fahrer noch etwas anderes erwartet. Unter dem Scheibenwischer klemmte nämlich inzwischen ein Knöllchen.
Hamburger Sportwagenspezialist schätzt sechsstellige Schadenshöhe
Am Freitag sprach die MOPO zudem mit einem bekannten Hamburger Sportwagenhändler über den Fall. Dessen Einschätzung fällt wenig optimistisch aus. Gerade bei modernen Supersportwagen könne eindringendes Wasser schnell zu gravierenden Schäden führen – und zwar nicht nur optisch. Gerade Leder, Alcantara, Dämmmaterialien und empfindliche Elektronik reagieren auf Feuchtigkeit äußerst sensibel. Besonders problematisch sei, dass unter den Sitzen und im Fahrzeugboden zahlreiche elektronische Steuergeräte verbaut seien. „Viele vergessen, wie viel Technik heute in solchen Fahrzeugen steckt“.
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Auch die halboffene Stellung des elektrohydraulischen Verdecks dürfte dem Wagen laut dem Experten zusätzlich geschadet haben. Nach Einschätzung des Hamburger Sportwagenhändlers dürfte der Schaden deshalb mindestens zwischen 50.000 und 80.000 Euro liegen. Selbst Schäden im sechsstelligen Bereich seien bei einem derartigen Wassereinbruch nicht ausgeschlossen.
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Für den Halter dürfte die unfreiwillige Regendusche damit noch lange nachwirken. Nach MOPO-Informationen wurde der McLaren bereits im Jahr 2024 auf dem Nürburgring bewegt – unter Motorsportfans besser bekannt als die „Grüne Hölle“. Die Rechnung für den verregneten Hamburger Abend dürfte laut fachkundiger Einschätzung nun allerdings ebenfalls höllisch ausfallen.
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