Lokale, Kunst & Co: Hier fühlt sich Hamburg fast wie Holland an
Holland und Hamburg – die Beziehung hält schon seit Hunderten von Jahren. Im 16. und 17. Jahrhundert kamen holländische Kaufleute in die Hansestadt – im Gepäck Know-how in Sachen Handel, Schiffbau und Deichbau. Sie halfen nicht nur beim Schutz gegen die Elbe, sondern machten Hamburg auch zum internationalen Handelsplatz. Noch heute sind ihre Spuren im Stadtbild zu finden.
Niederländische Namen
Mehrere Straßen nehmen Bezug auf den Einfluss des Nachbarlandes. Die Simon-von-Utrecht-Straße auf St. Pauli zum Beispiel. Simon van Utrecht (geboren um 1370 in Utrecht, gestorben 1437 in Hamburg) war ein Hamburger Schiffshauptmann und Kaufmann aus den Niederlanden, half, die Piratenbande von Klaus Störtebeker dingfest zu machen. Auch dafür wurde er 1433 zum einzigen Ehrenbürgermeister Hamburgs ernannt. Der Holländische Brook in der Speicherstadt erinnert daran, dass hier einst zahlreiche holländische Kaufleute ihre Lager hatten. „Brook“ bedeutet sumpfige Niederung. Die Holländische Reihe in Altona wiederum weist auf eine Siedlung hin, in der sich niederländische Handwerker und Seeleute niederließen. Sie prägten das Viertel mit ihren Traditionen – und ein bisschen niederländisches Flair blieb bis heute hängen.
Amsterdam im Kleinformat
Holländisches Flair der Gegenwart findet sich im Kleinformat im „Little Amsterdam“. Wenn das Wetter mitspielt, verwandelt sich das Café direkt am Isebekkanal in eine große Open-Air-Terrasse. Umgeben von Pflanzen und Blumen erinnert es an ein Grachtenlokal in Amsterdam. Und wenn das Wetter nicht mitspielt, sitzt man drinnen an der Klosterallee 69 auch sehr schön. Geöffnet ist täglich von 15 bis 22 Uhr, am Wochenende schon ab 13 Uhr. Ob TV-Star Sylvie Meis, Hamburgs prominenteste Exil-Niederländerin, hier auch öfter mal zu sehen ist? Möglich ist es, schließlich wohnt die 47-Jährige nur ein paar Straßen weiter.
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Frikandel und Poffertjes
Idyllisch im Wald liegt das „Waldhuuske“, ein familienfreundliches Ausflugslokal in Rosengarten, das die Niederländer Jacqueline und Jürgen seit fünf Jahren führen. Hier ist man gleich beim Du, lässt sich Spezialitäten wie Frikandel, Bitterballen, Uitsmijter (eine Art Strammer Max) und Pfannkuchen schmecken (es gibt aber auch Flammkuchen, Suppe und hausgemachte Torten) und startet vor oder nach dem Essen zu einer Wanderung auf dem nahegelegenen Heidschnuckenweg.
„Waldhuuske“, Rosengartenstraße 2, 21224 Rosengarten, Do bis Fr. 11 bis 18 Uhr, Sa/So 10 bis 18 Uhr
Vermeer und Van Gogh
Die niederländischen Meister im Großformat: ab sofort zeigt der Port des Lumières am Westfield Center die neue immersive Show „Von Vermeer bis Van Gogh“. Besucher können in der spektakulären Lichtschau miterleben, wie sich die holländische Malerei im 16. und 17. Jahrhundert, dem Goldenen Zeitalter, entwickelte. Vermeers Mädchen mit dem Perlenohring ist genauso zu sehen wie Rembrandts Nachtwache. Weiter geht es mit den berühmten Werken Van Goghs. Den Abschluss der knapp einstündigen immersiven Erlebniswelt bildet die bunte, grafische Welt des 1872 in Amersfoort geborenen Malers Piet Mondrian. Wer die niederländischen Meister genauer studieren möchte, findet auch in der Kunsthalle bedeutende Gemälde.
Port des Lumieres, täglich von 10 bis 19 Uhr. Tickets kosten 18 Euro, Kinder bis 15 Jahre zahlen 9,90 Euro, am besten online vorbestellen