Tschentscher und Günther

Peter Tschentscher (vorne r., SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg, und Daniel Günther (l, CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, werden bei ihrem Besuch bei der deutschen Panzerbrigade 45 „Litauen” vom stellvertretenden Kommandeur, Oberst André Hastenrath (2.v.l) begrüßt. Foto: Martin Fischer/dpa

Ostflanke: Tschentscher und Günther treffen Soldaten aus Norddeutschland

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Auf ihrer Reise durchs Baltikum haben Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und Ministerpräsident Daniel Günther am Mittwoch die deutsche Panzerbrigade in Litauen besucht. Die Soldaten stehen an vorderster Front, sollte Russland den Krieg gegen die Ukraine ausweiten. Rund 5000 werden hier bis Ende nächsten Jahres stationiert – darunter auch einige aus Norddeutschland.

Strahlend blauer Himmel, ein Waldgebiet im litauischen Nemenčinė – 19 Kilometer Luftlinie von der Grenze zu Belarus entfernt. Es ist das erste Mal, dass Deutschland eine Brigade im Ausland stationiert. Man will Stärke zeigen an der NATO-Ostflanke.

Rund 1800 deutsche Soldaten sind bereits in Litauen vor Ort. Sollte Russland auf die Idee kommen, über Belarus in NATO-Gebiet einzufallen, sollen die litauische Armee und in nur zwei Tagen auch rund 30.000 Soldaten aus Deutschland zur ersten Unterstützung anrücken können. Bis dahin müssten sie durchhalten, die Soldaten der „Brigade 45”.

5000 deutsche Soldaten an der NATO-Ostflanke

„Ich bin positiv begeistert davon, dass wir beim Aufbau am Zeitplan festhalten können“, sagte der stellvertretende Kommandeur Oberst André Hastenrath. Bis 2027 soll die Brigade auf 5000 Soldaten anwachsen. Innerhalb kürzester Zeit entstehen Kasernen, Bürogebäude, eine deutsche Schule und eine Kita. Alles, was die Industrie an neuen Fahrzeugen und Waffen herstellt, geht zuerst nach Litauen, darunter der Schützenpanzer Puma oder der neueste Leopard.

Peter Tschentscher (r, SPD), Bürgermeister von Hamburg, und Daniel Günther (l, CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, sitzen bei ihrem Besuch bei der deutschen Panzerbrigade in Litauen in einem Panzerfahrzeug. Martin Fischer/dpa
Tschentscher im Panzer
Peter Tschentscher (r, SPD), Bürgermeister von Hamburg, und Daniel Günther (l, CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, sitzen bei ihrem Besuch bei der deutschen Panzerbrigade in Litauen in einem Panzerfahrzeug.

Das politische Interesse an dem militärischen Vorzeigeprojekt ist groß: Im vergangenen Jahr war Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor Ort, vor wenigen Tagen Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) – am Mittwoch dieser Woche nun Hamburgs Bürgermeister und der schleswig-holsteinische Ministerpräsident.

Hamburgs Bürgermeister bei Brigade in Litauen

Im Rahmen ihrer Reise durchs Baltikum tauschten sie sich unter anderem mit Soldaten aus Norddeutschland aus. „Sie haben uns berichtet, dass sie sich bewusst und freiwillig für diesen Einsatz gemeldet haben, was das für ihre Familien bedeutet und für sie selbst, über diesen Zeitraum hier zu leben. Das sind auch Fragen, die sich jetzt viele junge Leute in Deutschland stellen, wenn sie über einen Wehrdienst nachdenken“, sagte Bürgermeister Tschentscher. Beide Landeschefs bekräftigten, dass sie mit ihrem Besuch die Arbeit der Bundeswehr im Baltikum unterstützend begleiten wollen und die Erfahrungen mit nach Deutschland tragen.

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Oberst Hastenrath freute sich über den „Rückenwind“ für die Brigade: „Ich habe auch vier Jahre in Hamburg gewohnt und freue mich über jeden, der aus Norddeutschland kommt.” Die Akzeptanz in der litauischen Bevölkerung für den Einsatz wird von deutscher Seite positiv wahrgenommen. Seitdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Mai vergangenen Jahres in Litauen war, ziert sogar eine neue Plakette das Rathaus der Hauptstadt Vilnius: „Der Schutz von Vilnius ist der Schutz von Berlin.“

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