Linke strikt gegen Olympia in Hamburg: „Scheißidee“
Ende Mai stimmen die Hamburgerinnen und Hamburger über eine Olympia-Bewerbung ab. Die Linke wirft dem Senat vor, Millionen in Werbung zu stecken und ungelöste Probleme in der Stadt zu ignorieren.
Mit einer Demonstration gegen eine Bewerbung der Hansestadt um die Austragung Olympischer Spiele hat ein zweitägiger Landesparteitag der Linken in Hamburg begonnen. Viele der knapp 140 Delegierten versammelten sich zu Beginn in Sportkleidung auf der Parteitagsbühne im Gewerkschaftshaus Besenbinderhof, um ein Zeichen für den Sport in Hamburg und gegen Olympia zu setzen.
Linke: Senat ignoriert die wahren Probleme der Stadt
Im Mittelpunkt des Parteitags stand ein Leitantrag des Linken-Landesvorstands, in dem die Pläne des rot-grünen Senats, sich um die Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 zu bewerben, abgelehnt werden.

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Landessprecher Thomas Iwan sprach bei der Einbringung des Antrags von einer „Scheißidee“, mit der den Hamburgerinnen und Hamburgern „vorgegaukelt“ werden solle, Olympia sei die Lösung für alle Probleme. Die Pläne zeigten, „wie blind und wie ignorant der Senat gegenüber den wahren Problemen unserer Stadt ist“, sagte Iwan.
Die Bewerbung solle in Zeiten erfolgen, in denen „Hamburg vor enormen Herausforderungen steht und in vielen Themenfeldern etliche Probleme darauf warten, endlich seitens der Politik mit der erforderlichen Aufmerksamkeit sowie den finanziellen und personellen Ressourcen angegangen zu werden“, heißt es in dem Leitantrag. Stattdessen stecke der Senat aber Millionen in eine Olympia-Werbekampagne, „deren Erfolg die Stadt und ihre Menschen Milliarden kosten wird“.
Hamburgerinnen und Hamburger können Ende Mai abstimmen
Neben SPD und Grünen unterstützt auch die CDU eine Bewerbung der Stadt für Olympia. Rund 1,3 Millionen Hamburgerinnen und Hamburger können am 31. Mai in einem Referendum darüber entscheiden. Die Wahlunterlagen werden dieser Tage verschickt.
In der NRW-Region „KölnRheinRuhr“, die sich wie München und Berlin ebenfalls um eine Austragung der Spiele bewirbt, hatten sich bei einem Referendum am vergangenen Wochenende 66 Prozent dafür ausgesprochen. Schon im Oktober vergangenen Jahres gab es in München eine Zustimmung von 66,4 Prozent. In Berlin ist dagegen kein Referendum vorgesehen.
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Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will Ende September entscheiden, wer für Deutschland ins internationale Rennen um die Austragung der Spiele geht. (dpa/mp)
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