Linke kritisieren Verwaltungsausbildung: Hohe Übernahmequote, aber kaum Mitbestimmung
Von der Feuerwehr bis zur Behörde für Verbraucherschutz: Bis Mitte November haben 1398 Nachwuchskräfte ihre Ausbildung in Behörden und Ämtern begonnen. Seit Jahren sind die Zahlen stabil, die Übernahmequote hoch. Dahinter verbergen sich jedoch hohe Abbruchquoten und fehlende Mitbestimmung – kritisiert die Linke.
96,5 Prozent der städtischen Azubis werden in Hamburg nach absolvierter Ausbildung von ihrem Unternehmen übernommen. Diese Zahl erfasst jedoch nur Auszubildende, die ihre Ausbildung nicht vorher abbrechen. Allein in diesem Jahr haben in der Hansestadt bereits 152 Azubis abgebrochen. Persönliche Belastungen, unzutreffende Vorstellungen vom Berufsalltag und Leistungs- oder verhaltensbedingte Schwierigkeiten sind die häufigsten Gründe für einen Abbruch. Das geht aus einer Senatsantwort auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor.
Ausbildung in der Verwaltung: Hier werden die wenigsten Azubis übernommen
Vergleichsweise negativ sticht die Behörde für Wissenschaft und Forschung heraus: Dort liegt die Übernahmequote nur bei 50 Prozent. Sabine Ritter, Sprecherin für Wissenschaft der Linksfraktion, kritisiert auch die hohen Krankheitsquoten: 12 Prozent an der Universität Hamburg, 15 Prozent in der Staats- und Universitätsbibliothek. Ritter bemängelt auch, dass die Zufriedenheit mit der Ausbildung teilweise nur über Feedbackbögen abgefragt werde. „Hier muss genauer hingeschaut werden.“
Auch an der Mitbestimmung von Azubis hapert es laut der Linksfraktion. Auszubildendenvertretungen fehlten in mehreren Bereichen komplett. Versammlungen, die eigentlich zweimal im Jahr stattfinden sollen, wurden 2025 fast gar nicht abgehalten. Nur drei Treffen seien zustande gekommen: in der Behörde für Finanzen und Bezirke, dem Landesbetrieb ZAF und dem Bezirksamt Hamburg-Nord.
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„In allen anderen Behörden ist es scheinbar schlecht bestellt um die Mitbestimmung von Azubis. Demokratische Mitbestimmung ist aber entscheidend, um Nachwuchskräfte zu binden und eine demokratische Behördenkultur zu entwickeln,” sagt David Stoop, Sprecher für den öffentlichen Dienst der Linken. (mp)
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