Hamburg

Licht zu grell? Kurioser Klo-Ärger in Ottensen

Gepflasterter Platz mit Graffiti-Container, Bäumen und Bänken vor farbigen Gebäuden.
Der Alma-Wartenberg-Platz im Herzen von Ottensen: Debatte um die Lichtfarbe

Eine Eingabe an die Politik beklagt das „kalte Licht“ am Klohaus am Alma-Wartenberg-Platz.

Am Alma-Wartenberg-Platz schlägt (wenn am Rande nicht gerade ein großer Neubau entsteht) das Herz Ottensens: Kneipen, Cafés und Restaurants sorgen für reges Treiben, besonders am Abend. Nun gibt es Kritik an der Beleuchtung: Die sei „kalt“, besonders die LEDs am Klohaus. Die Bezirkspolitik hat sich mit dem Thema beschäftigt – die charmante Idee eines Anwohners wurde aber ignoriert.

„Aktuell wirkt der Platz insbesondere in den Abendstunden etwas kühler, als er seinem Charakter nach sein müsste“, heißt es in dem Schreiben eines Anwohners an die Bezirkspolitiker: „Das derzeit eher kalt wirkende Licht der Laternen prägt die Stimmung deutlich. Eine Umstellung auf wärmeres Licht könnte die Atmosphäre spürbar freundlicher und einladender machen. Es wäre auch zu prüfen, ob die LED-Leisten an der öffentlichen Toilettenanlage auf ein wärmeres, gelblicheres Licht umgerüstet werden könnten.“

Ottensen: Debatte um Licht am Alma-Wartenberg-Platz

Die Politik zeigte sich offen: Der Mobilitätsausschuss nahm den Vorstoß ernst und erteilte der Verwaltung den Auftrag, zu überprüfen, ob man den Platz inklusive Klohaus nicht mit gelblicherem Licht ausstatten könnte, damit die Atmosphäre gemütlicher wird.

Ergebnis: Für die Beleuchtung der öffentlichen Klos ist die Stadtreinigung zuständig – und die teilt mit, dass alle Hamburger Klos dieselbe Lichtfarbe haben, nämlich eine, die der damalige Oberbaudirektor Jörn Walter (im Amt bis 2017) abgesegnet habe. „Blendfrei und warmweiß, 3000 bis 4000 Kelvin. 3000 Kelvin gelten als „warm“, 4000 sind „neutral“.

Dass ein einzelnes Klo auf Wunsch einladend beleuchtet wird, ist nicht vorgesehen. Für die Hamburger Straßenlaternen ist ebenfalls warmweißes Licht von 3000 Kelvin vorgesehen, wärmer wird's nicht.

Der Wunsch der Anlieger nach gemütlicherer Beleuchtung des Platzes wird sich also nicht erfüllen. Die Eingabe umfasste noch einen weiteren Vorschlag: „Ein Brunnen in der Mitte des Platzes könnte einen zusätzlichen gestalterischen und sozialen Mittelpunkt schaffen.“ Diese charmante Idee hat der Mobilitätsausschuss keines Wortes gewürdigt.

Ottensen: Erfolgsprojekt „Aurelie“ und ein Baustopp gegenüber

Derzeit wird am Alma-Wartenberg-Platz ein großer Neubau errichtet: „Aurelie“, benannt nach der beliebten Kneipe „Aurel“, die im März  2027 in den neuen Räumen wieder eröffnen soll. Die Eckbebauung wird dem Original aus den 1860er Jahren nachempfunden, als an der Stelle die erste Gastronomie eröffnet hat. Rund um das nachgebaute historische Häuschen errichtet die Eigentümerfamilie Neubauten mit 34 Mietwohnungen.

Während das Projekt „Aurelie“ zügig vorankommt, herrscht auf der anderen Platzseite Stillstand: Das Bezirksamt hat die Baustelle stillgelegt, weil der Bauherr gegen Auflagen verstoßen hat. Wo längst ein schickes Fine-Dining-Restaurant eröffnet haben sollte, gähnt Leere hinter den Fenstern des kleinen, einstigen Handwerkerhäuschens. Wann es weitergeht, ist ungewiss. 



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