Legendärer Club, Barock-Mietshaus: Darum ist diese Straße in der City so besonders

Paradieshof
Der Paradieshof in der Neustadt ist eines der wenigen erhaltenen Wohnhäuser in Hamburg aus vorindustrieller Zeit.

Ganz schön viel Historie in so einer kurzen Straße. Ein Mietshaus aus der Barockzeit steht in der Neustadt, ein legendärer Musikclub hält seit Jahrzehnten die Stellung, Stolpersteine erinnern daran, dass jüdische Familien am Alten Steinweg lebten. Die Straße war schon im Mittelalter Teil eines wichtigen Handelswegs.

Historische Brücke

Ellerntorsbrücke
Die Ellerntorsbrücke aus dem Jahr 1669 ist Hamburgs zweitälteste Brücke.

Die Ellerntorsbrücke aus dem Jahr 1669 überspannt das Bleichenfleet und ist nach der Zollenbrücke die zweitälteste Brücke in Hamburg. Ihren Namen hat sie vom Ellerntor, das vor über 350 Jahren abgerissen wurde. Als Teil eines mittelalterlichen Handelswegs, der über den Steindamm weiter über den Alten Steinweg und das Millerntor führte, verband die Brücke die Stadt mit dem aufstrebenden Altona.

Jazz im Keller

Cotton Club
Top-Adresse für Jazzfreunde seit Jahrzehnten: der „Cotton Club“

Gegründet schon 1959, hat der „Cotton Club“ seit 1971 seinen festen Platz am Alten Steinweg 10. Jazzfreunde kommen hier fast jeden Abend in den Genuss von Live-Musik. Immer mittwochs starten zudem ab 20 Uhr die beliebten Jam-Sessions, dann heißt es „Eintritt und Bühne frei“.

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Kaffeepause(n)

Isabell im Karlsons
Skandinavische Spezialitäten gibt es im „Karlsons“.

Gleich neben dem „Cotton Club“ ist das „Karlsons“ ein beliebter Treffpunkt für Skandinavien- und Frühstücksfreunde. Geöffnet ist montags bis mittwochs von 8 bis 18 Uhr, donnerstags bis sonntags bis 20 Uhr. Neben den beliebten Spezialitäten wie Zimtschnecken oder Blaubeertorte – alles aus der hauseigenen Bäckerei – gibt es auch dänische Hot Dogs oder Köttbullar. Im Skandinavienshop vor Ort finden nicht nur Lakritzfans passende Mitbringsel für zu Hause oder als Geschenk. Zwei weitere Cafés – das „Pausenschön“ (wochentags von 8 bis 15 Uhr) und die Patisserie „Heferl“ (dienstags bis sonntags von 8 bis 17 Uhr) laden in direkter Nachbarschaft zu einer Pause ein.

Mietshaus aus dem Barock

Paradieshof
Der Paradieshof aus dem Barock sollte in den 1980er Jahren abgerissen werden.

Einer bürgerlichen Protestbewegung, zahlreichen Zeitungsartikeln und der Besetzung durch Studenten ist es zu verdanken, dass der Paradieshof Ende der 1980er Jahre nicht abgerissen wurde. Das barocke Wohngebäude am Alten Steinweg 11 von 1761 zählt zu den letzten Zeugnissen vorindustriellen Mehrfamilien-Wohnungsbaus in der Hansestadt. Die Bezeichnung „Paradies“ ist eine typische Benennung von Hinterhöfen, deren Namen idyllisch klingen sollten, obwohl das harte Leben dort von paradiesischen Zuständen weit entfernt war. Ein weiteres historisches Haus steht in Richtung Großneumarkt. Das Hertz-Joseph-Levy-Stift wurde 1855 für bedürftige Hamburger Juden erbaut. Im Nebeneingang ist seit Jahrzehnten „Micky‘s Schmales Handtuch“, eine Cocktailbar, für die besten Caipirinhas bekannt.

Foto-Kunst

Freelens
Heike Ollertz ist Geschäftsführerin bei Freelens. Die Galerie zeigt sehenswerte Fotoausstellungen.

Noch bis zum 30. April läuft in der Freelens Galerie (Alter Steinweg 15) die Ausstellung „Freiheit“ mit Fotos zur Protestbewegung in Georgien. Ab 7. Mai setzen die Fotografen Peter Bruns und Claas Möller den „Hamburger Flachbauten“, die häufig einfach abgerissen werden und für immer aus dem Stadtbild verschwinden, ein fotografisches Denkmal. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 10 bis 18 Uhr, freitags von 10 bis 16 Uhr, der Eintritt ist frei.

Ganz schön viel Historie in so einer kurzen Straße. Ein Mietshaus aus der Barockzeit steht in der Neustadt, ein legendärer Musikclub hält seit Jahrzehnten die Stellung, Stolpersteine erinnern daran, dass jüdische Familien am Alten Steinweg lebten. Die Straße war schon im Mittelalter Teil eines wichtigen Handelswegs.