Lecker oder bäh? Hier gibt’s jetzt Franzbrötchen mit Kimchi oder Leberwurst
Plunderteig mit viel Zimt und Zucker: Das Franzbrötchen gehört zu Hamburg wie der Michel und die Alster. Es ist eine echte Erfindung aus Altona – und hat Bäcker und Gastronomen zu den verschiedensten Kreationen inspiriert. Die MOPO stellt die spannendsten Ideen vor: Vom Tiramisu über Popcorn bis hin zum Cheesecake mit Franzbrötchen-Geschmack. Und: Hier gibt es das Gebäck mit Pizzateig, Leberwurst oder Kimchi!
Die süße Spezialität wurde tatsächlich in Hamburg erfunden. „Ein Bäcker aus Altona hat das Plundergebäck im 19. Jahrhundert zum ersten Mal kreiert“, sagt Food-Journalist und Autor Jens Mecklenburg zur MOPO. Damals habe es schon Croissants in Hamburg gegeben. „Was viele nicht wissen: Hamburg war von 1806 bis 1814 von Napoleons Truppen besetzt, und die brachten das Croissant mit in die Hansestadt.“ Der Altonaer Bäcker habe das Rezept einfach mit dem des dänischen Gebäcks „Kopenhagener“ vermischt. „Das Franzbrötchen war geboren: mit der vielen Butter aus dem Croissant und dem Zimt-Geschmack aus dem Kopenhagener“, so Mecklenburg. Und mittlerweile gibt es die unterschiedlichsten Franzbrötchen-Kreationen.
Neues Franzbrötchen in Hamburg – mit Pizzateig!
Die Idee zu einer Franzbrötchen-Pizza hatte John Drewes. Er verkauft eigentlich deftig gefüllte Pizzataschen, so genannte „Panuozzi“, in seinem Laden „Bolle“ in der Sternschanze (Bartelsstraße 26). Nun gibt es sie aber auch in einer Franzbrötchen-Version (5 Euro). Dafür werden in das warme Sandwich aus Pizzateig zwei Stücke Butter mit Zimt und Zucker gelegt, dazu kommen karamellisierte Walnüsse. „Die Kombination aus dem salzigen Pizzateig und der Süße macht das Ganze so spannend“, sagt Drewes zur MOPO. „Immer mehr Gäste teilen sich den Franz-Panuozzo als Nachspeise.“
Herzhafte Franzbrötchen: Kimchi, Spinat und Leberwurst
Deftig wird es auch im Café „Elbgold“ in der Lagerstraße 34c (St. Pauli): Hier stehen hausgemachte Franzbrötchen mit Kimchi, also fermentiertem Kohl (3,90 Euro), auf der Karte. Außerdem gibt es Feta-Spinat-Franzbrötchen (3,40 Euro), gefüllt mit einer Feta-Creme, Käse und frischem Blattspinat. „Der Teig an sich ist neutral“, sagt Jasmin Enzler, Leiterin der „Elbgold“-Konditorei, zur MOPO. „Natürlich verkaufen wir von diesen Franzbrötchen nicht dieselbe Menge wie von dem klassischen. Aber sie sind sehr beliebt bei den Menschen, die zu ihrem Kaffee eher etwas Herzhaftes mögen.“
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Im „Café am Fleet“ in der Deichstraße 45 (Altstadt) wird das klassische Franzbrötchen mit Butter und einer dicken Schicht Kalbsleberwurst bestrichen (4 Euro). „Diese Kreation ist auch als Katerfrühstück sehr beliebt“, sagt Inhaber Heino Großhaus zur MOPO. „Meine Mutter hat sie vor 40 Jahren erfunden.“
Kuchen und Kaffee mit Franzbrötchen-Geschmack
Einen franzigen Kuchen gibt es bei „Cheesecake Heaven“ (5,50 Euro) in der Gertigstraße 23 (Winterhude). „Unser Franzbrötchen-Cheesecake ist einer unserer beliebtesten Kuchen“, sagt ein Mitarbeiter zur MOPO. „Er hat zwei Franzbrötchen-Schichten und wird mit einem Zimt-Creamcheese-Frosting getoppt.“
Einen Franzbrötchen-Latte-Macchiato mit zimtig-karamelliger Note verkauft die Bäckerei-Kette „Junge“ (4,99 Euro), auch mit Hafermilch. Auch die 14 Filialen der „Braaker Mühle“ haben das Getränk im Angebot.
Franzbrötchen-Desserts: Eis und Tiramisu
Hamburgs berühmter Fernsehkoch Tim Mälzer hat eigene Eis-Sorten herausgebracht, gemeinsam mit dem Streetwear-Designer Chris „Fu“ Boszczyk – darunter auch ein Franzbrötchen-Eis. Es wird in einer Manufaktur nahe Berlin hergestellt und bei „Rewe“ verkauft. Mälzers Versprechen: Sein Eis sei handgemacht und besonders cremig. Und das hat seinen Preis: 500 Milliliter kosten rund 6 Euro.
Auch in den Eisdielen von „Luicella’s“ gibt es häufig die Sorte Franzbrötchen. „Dieses Jahr auch das erste Mal in einer veganen Version“, sagt Gründer Markus Deibler. Die Läden in der Osterstraße und in der Europapassage haben jetzt auch in der Winterpause geöffnet. Eine Kugel kostet 2,40 Euro.
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Ein Franzbrötchen-Tiramisu (9,90 Euro) steht auf der Karte des Braugasthauses „Altes Mädchen“ in der Lagerstraße 28b im Schanzenviertel. „Es beinhaltet die üblichen Zutaten eines Tiramisus und natürlich unser hausgebackenes Franzbrötchen“, sagt Betriebsleiter Yannik Carlo Godenschwegen. „Es stammt aus unserer hauseigenen Bäckerei und wird jeden Morgen frisch gebacken.“
Popcorn und Kekse
Süßes Franzbrötchen-Popcorn gibt es bei der Feinkost-Kette „Mutterland“, wie im Stammhaus am Hauptbahnhof (3,95 Euro für 40 Gramm). Die Farbe ist deutlich dunkler als bei herkömmlichem Popcorn. Es schmeckt nicht nur zimtig, sondern auch nach Kardamom. Und bald soll es hier auch neue Franzbrötchen-Kekse geben.