„Lasst ihn frei“: 150 Teilnehmer bei Mahnwache für den Wolf
Rund 150 Tierschützer demonstrierten laut Polizei am Ostersonntag am Jungfernstieg dafür, den am Montag aus der Binnenalster gefischten Jungwolf wieder in die Natur zu entlassen. Redner lobten auf der Mahnwache die Hamburger Polizei – und kritisierten die grüne Umweltsenatorin und etablierte Umweltverbände.
Zu der Mahnwache hatten die Initiativen „Aktion FairPlay” und „Der Wolf soll bleiben” aufgerufen. Auch die renommierte Wolfsexpertin Tanja Askani vom Wildpark Lüneburger Heide hatte in den Sozialen Medien zur Teilnahme aufgerufen. Sie kämpft dafür, dass der Hamburger Wolf in die Freiheit entlassen wird. Der Tier befindet sich seit Dienstag in einer Wildtierauffangstation in Sachsenhagen (Niedersachsen).
Die Situation in Altona an der Großen Bergstraße am Montagabend sei für den jungen Wolf „eine extrem stressige Ausnahmesituation” gewesen, sagte eine Rednerin: „Eine enge Einkaufspassage ist unser Lebensraum, aber nicht seiner, dazu viel Lärm und kein Ausweg.” Das Tier habe nur weggewollt und dabei eine Frau, die ihm offenbar aus der Passage helfen wollte, leicht verletzt – aber „nicht gebissen”. Dafür würden die nur leichten Verletzungen der Frau sprechen, so die Rednerin.
Mahnwache für den Wolf: Lob für die Polizei
Ein weiterer Sprecher der Mahnwache lobte das umsichtige Vorgehen der Hamburger Polizei, die das Tier lebend gefangen hätte. Kritik gab es an den etablierten Umweltverbänden BUND und Nabu, weil sie „sich wegducken” und zu wenig für den Wolf einsetzen würden. Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) wurde vorgeworfen, den Jungwolf als gefährliches Raubtier stigmatisiert zu haben, vor dem Schul- und Kitakinder geschützt werden müssten. „Von einer Umweltsenatorin erwarten wir mehr Kenntnis über Wölfe“, so der Redner.
Petition für den Hamburger Wolf
Für die Demonstranten ist klar, dass es nach dem Bundesnaturschutzgesetz nur eine Lösung gibt: Das Tier muss in die Freiheit entlassen werden. Eine gleichlautende Petition auf dem Portal „WeAct” haben am frühen Sonntagabend knapp 15.700 Menschen unterschrieben.
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Nach Informationen der Demonstranten soll sich die Umweltbehörde inzwischen gegen eine Tötung des Wolfes und für seine Auswilderung entschieden haben. „Aber kein Bundesland will das Tier aufnehmen“, kritisierte eine Rednerin. Die Umweltbehörde wollte diese Darstellung gegenüber der MOPO nicht bestätigen. (mp)
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