Heinrich-Wolgast-Schule Lass Machen Geld fürs Quartier

Thorsten Rathje, Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank, steht inmitten jubelnder Schüler, Lehrer und Elternvertreter der Heinrich-Wolgast-Schule. Foto: Florian Quandt

20.000 Euro gewonnen: Grüne Oase statt grauer Schulhof

Mitten in St. Georg, nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, steht die Heinrich-Wolgast-Schule (HWS) – eine Ganztagsgrundschule, deren Schüler mitten in der Stadt oft unter Bedingungen aufwachsen, die kaum Raum für Natur lassen. Jetzt wird ihre Schule zu einem Ort, der das ändert: einer grünen Oase, die Lernen unter freiem Himmel möglich macht. Mit dieser Idee hat die HWS bei der Aktion „Lass machen – Geld fürs Quartier“ der Hamburger Volksbank mit Unterstützung der MOPO 20.000 Euro gewonnen.

Dank dieser Zuwendung kann die Schule ihre Vision starten, die Kinder, Lehrkräfte und Eltern gemeinsam entwickelt haben. „Das ist für die Schüler eine tolle Abwechslung zum normalen Unterricht – eine grüne Oase inmitten der Schulgebäude. Wir freuen uns ganz besonders, dass wir diese Art der nachhaltigen Bildung unterstützen dürfen“, sagt Thorsten Rathje, Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank.

Bisher ist der Schulhof grau, eng und trist: versiegelte Flächen, schmale Beete, Baustellenlärm wegen eines neuen Klassenhauses. Doch die Kinder zeigen trotz allem großes Interesse an der Natur – sie knacken Nüsse, bauen kleine Unterschlüpfe aus Materialien, die sie finden, und spielen mit Blättern und Ästen. Die Schule will ihnen nun mehr geben: echten Zugang zur Natur, zum Begreifen und Ausprobieren.

Herzstück wird ein überdachtes Klassenzimmer

Geplant ist ein grüner Eingangsbereich, bepflanzt mit insektenfreundlichen Stauden, Sträuchern und Hochbeeten. Vertikale Pflanzenwände sollen den Hof lebendiger machen. Infotafeln erklären, wie Bienen leben, warum Pflanzen wichtig sind oder wie Kreisläufe in der Natur funktionieren. „Wir haben mit den Kindern in der Projektarbeit viele Ideen besprochen und sind dankbar, dass wir diese mit dem Gewinn jetzt umsetzen können“, sagt Jennifer Riedel, Koordinatorin für Klima und nachhaltige Bildung.

Herzstück des Projekts ist ein grünes Klassenzimmer: eine überdachte Lernfläche draußen, ausgestattet mit Holzhockern, einer wetterfesten Tafel, Werkzeugen und einem Gewächshaus, in dem die Kinder selbst Gemüse anbauen können. Die Schule möchte damit erreichen, dass die Kinder begreifen, wie Natur funktioniert – durch eigenes Tun, Ausprobieren und Beobachten.

Kinder wünschen sich, dass „alles schön grün“ wird

Dass die Idee mitten ins Schwarze trifft, zeigen die Wünsche der Kinder selbst: „Es soll alles schön grün werden, nicht so grau wie jetzt“, sagt Ilvy (8). Ora (6) ergänzt: „Der Boden ist immer so hart, er soll schön weich werden.“ Als Sitzgelegenheiten kommen für Bluma (7) nur „kleine Baumstümpfe“ infrage.

Für viele Kinder in St. Georg bedeutet klimafreundliches Handeln auch ein Stück Zukunftssicherheit. Die Schule nimmt Ängste ernst und will den Mädchen und Jungen Wissen und Mut geben. Beim Aufbau der grünen Oase sollen Eltern, Lehrkräfte, Ehrenamtliche und die Kinder gemeinsam anpacken – als echtes Stadtteilprojekt.

Eltern produzieren 3000 Zettel mit QR-Code

Dass die HWS überhaupt zu den Gewinnern gehört, ist auch dem außergewöhnlichen Engagement der Eltern zu verdanken. Sie druckten 3000 Zettel mit QR-Codes zur Aktion und verteilten sie überall im Stadtteil. Dazu wurden Plakate in Supermärkten und Fahrstühlen aufgehängt.

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Ein Elternteil ging noch einen Schritt weiter: Während eines eigenen Vortrags über Insekten auf der Klimakonferenz im brasilianischen Belém nutzte sie die Gelegenheit, um für das Projekt zu werben und Stimmen zu sammeln.

Mit der Unterstützung von „Lass machen – Geld fürs Quartier“ kann aus dem grauen Schulhof jetzt ein Ort entstehen, der Natur und Bildung verbindet. Eine kleine Oase – für Kinder mitten in der Stadt.

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