Atlas Sport Club Bergedorf Lass Machen Aktion Gewinner

Thorsten Rathje, Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank, wagte sich auf die Matte zu den Sportlern und Trainern des Atlas Sport Club in Bergedorf. Foto: Florian Quandt

20.000 Euro gewonnen: In diesem Dojo wächst Stärke aus Gemeinschaft

Mitten in Bergedorf, in einer ehemaligen Lackierhalle, entsteht derzeit ein ungewöhnlicher Ort: ein Dojo, das von Menschen aus 17 Herkunftsländern gemeinsam aufgebaut wird. Wo früher Autos gespritzt wurden, dort schleifen, streichen und renovieren heute Kinder, Jugendliche und Erwachsene Seite an Seite – und schaffen sich einen Raum, in dem aus Training Selbstbewusstsein und aus Gemeinschaft Stärke wächst. Mit dieser Idee hat der Atlas Sport Club (ASC)  bei der Aktion „Lass machen – Geld fürs Quartier“ der Hamburger Volksbank mit Unterstützung der MOPO 20.000 Euro gewonnen.

Was der Verein leistet, ist bemerkenswert: Erst am 29. September offiziell gegründet, begann die junge Sportfamilie damit, die staubige Halle in Eigenregie in ein echtes Dojo zu verwandeln – mit Schleifmaschinen, Putzlappen, Farbeimern und viel Teamgeist.

Mitglieder, Eltern und Freunde packen täglich mit an, um einen Ort zu schaffen, der Karate, Kickboxen und mentale Stärke unter einem Dach vereint. Für viele der Kinder ist dieser Verein längst ein zweites Zuhause geworden, ein Raum, in dem sie Halt, Werte und Vorbilder finden.

17 Nationen sind beim Atlas Sport Club zusammen aktiv

„Es ist toll zu sehen, was aus einer starken Gemeinschaft heraus entstehen kann. Egal ob klein oder groß – alle packen für das neue Dojo mit an. Deshalb freuen wir uns wirklich sehr, dieses Engagement finanziell zu unterstützen“, sagt Thorsten Rathje, Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank.

Die Mitglieder des ASC, Menschen aus 17 Herkunftsländern, trainieren schon seit Jahren gemeinsam – vorher in einem Breitensportverein. Doch dort waren die Möglichkeiten begrenzt. „Uns fehlte der nötige Raum zum Trainieren, der groß genug für uns war, um uns auch weiterzuentwickeln“, sagt Vorstand Alexander Joseph. Eine Idee war geboren: „Also haben wir beschlossen, uns selbst einen zu schaffen.“

Beim Atlas Sport Club geht es um Respekt und Toleranz

Der Gewinn aus „Lass machen – Geld fürs Quartier“ ermöglicht nun genau das: Der Verein kann professionelle Matten, Trainingsmaterialien und Ausstattung kaufen – Dinge, die für eine sichere Karate- und Kickboxhalle unverzichtbar sind. Außerdem soll der zweite Trainingsraum ausgebaut werden, um neue Angebote wie Yoga, Qi Gong oder mentales Training einzuführen. „Wir möchten ein Ort sein, an dem alle wachsen können – körperlich und mental“, sagt Cheftrainer Baris Yildiz.

Die Mission des ASC geht jedoch weit über sportliche Techniken hinaus. Es geht um Werte: Respekt, Durchhaltevermögen, Toleranz, Ehrlichkeit. Gerade für Kinder soll das Training mehr sein als Bewegung. „Wir sehen jeden Tag, wie sehr unsere Kids von Struktur, Gemeinschaft und Erfolgserlebnissen profitieren“, freut sich Alexander Joseph. „Sie lernen hier, dass Stärke nicht durch Gewalt entsteht, sondern durch Selbstvertrauen und gegenseitige Unterstützung.“

Ehemalige Lackierhalle zum Dojo umgebaut

Besonders bemerkenswert: Die gesamte Halle wird fast vollständig in Eigenleistung ausgebaut. Matten werden gemeinsam getragen, Wände gemeinsam gestrichen, Böden gemeinsam saniert. Was zählt, ist der Zusammenhalt – und genau dieser Zusammenhalt hat den Verein zu einem der Gewinner von „Lass machen – Geld fürs Quartier“ gemacht.

Wenn das Dojo fertig ist, sollen auch Kitagruppen und Schulklassen willkommen sein. Ein Ort, an dem Bergedorfer Kinder über sich hinauswachsen können. Ein Ort, an dem aus Fremden Trainingspartner werden – und aus Trainingspartnern eine Familie. Zwar wird schon jetzt fleißig trainiert, offiziell soll die Halle aber erst nach dem Jahreswechsel öffnen.

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Der Verein lädt alle Interessierten ein, selbst vorbeizuschauen. „Unser Dojo ist offen für jeden, der Teil einer respektvollen, starken Gemeinschaft werden möchte“, sagt Jugendbetreuerin Bettina Anbergen.

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