„Lage spitzt sich zu“: Warum das Super-Wetter in Hamburg jetzt zum Problem wird

Ganz schön trocken: Das verwirrt sogar den Hund.
Ganz schön trocken auf dem Altonaer Balkon: Das verwirrt sogar den Hund.

Strahlender Sonnenschein, tiefblauer Himmel und höchstens mal eine Schönwetterwolke: Optisch zeigt sich der Sommer in Hamburg gerade von seiner besten Seite. Man sollte in Parks und auf Grünflächen nur nicht auf den Boden gucken, denn dort sind die Böden an vielen Stellen bereits ordentlich ausgetrocknet. Das Wetter bedroht schon jetzt unsere Wasserversorgung – und weit und breit ist kein Tropfen Regen in Sicht. Landwirte warnen: Die Zeit wird knapp.

25, 26, 27 Grad: Der Sommer kam in Hamburg plötzlich und mit hohen Temperaturen. Seit dem 22. Mai hat es in der Hansestadt nicht mehr richtig geregnet. Was der Durchschnittsbürger genießt, solange die Wohnungen noch nicht aufgeheizt und die Nächte noch erträglich sind, ist für die Hamburger Landwirte schon jetzt ein Problem.

Für Bauern, Wälder und Parks: Die Hitze wird zum Problem

„Wir brauchen ganz dringend Regen“, sagt Landwirt Frederik Schmoldt aus Altengamme. „Das ist wirklich die ungünstigste Jahreszeit für so ein Wetter. Noch haben wir hier in den Vier- und Marschlanden keine Einbußen, doch das liegt an der guten Speicherfähigkeit des Bodens. An den sandigeren Standorten ist es jetzt schon kritisch. Und die Lage spitzt sich zu.“

Auch die „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V.“ warnt: Die Waldbrandgefahr steigt am Wochenende in Hamburg auf die zweithöchste Stufe. Vor allem Nadelgewächse seien gefährdet, die Bevölkerung zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen: „Eine weggeworfene Zigarette, ein kleines Lagerfeuer oder glühende Grillkohle können jetzt verehrende Auswirkungen haben.“

Am Altonaer Balkon ist die ganze Wiese vertrocknet.
Am Altonaer Balkon ist die ganze Wiese vertrocknet.

Die Landschaftsparks im Hamburger Stadtgebiet sind zum Teil schon sichtlich ausgetrocknet. Hier wird längst nicht mehr alles bewässert. Laut Josefina Kordys, Sprecherin des Bezirksamts Mitte, werden nur Neupflanzungen gegossen, bis diese ausreichend Wurzeln gebildet haben, um sich selbst zu versorgen. Ausnahmen wie Planten un Blomen, der Wilhelmsburger Inselpark oder der Botanische Sondergarten würden zum Ziel der „expliziten Präsentation einer Blüten- und Pflanzenvielfalt für die Bevölkerung“ bewässert.

Wasserversorgung Hamburg Wasser ist (noch) optimistisch

Alles andere wird seinem Schicksal überlassen. Und das sieht in den nächsten Tagen nicht besonders rosig aus. „Mindestens bis zum Ende der nächsten Woche bleibt die Wetterlage so, wie sie ist“, sagte eine Meteorologin der MOPO. „Die Temperaturen gehen in Hamburg hoch bis auf 28 Grad.“ Das sei übrigens noch nichts ungewöhnliches – Hochdruckgebiete hielten sich generell länger – dennoch sei der Zeitpunkt für die Bauern natürlich ungünstig.

Die meisten Hamburger Parks sind schon Anfang Juni eher gelb als grün.
Die meisten Hamburger Parks sind schon Anfang Juni eher gelb als grün.

Bei Hamburg Wasser ist man froh, dass der Winter so niederschlagsreich war. Daher seien die Speicher gut gefüllt. „Wir merken aber schon, dass die Verbräuche hochgehen. Der Schnitt liegt bei 330.000 Kubikmeter pro Tag, jetzt sind wir schon bei 360.000 bis 380.000“, erklärt Sprecherin Janne Rumpelt. „Unser Vorteil: Wir haben 17 Wasserwerke für die Hamburger. Bei den kleineren Versorgern sieht das schon anders aus.“ Die Umweltbehörde hat gerade ein Meldeportal für niedrige Wasserstände in Hamburger Gewässern vorgestellt, an dem sich alle Hamburger beteiligen sollen. Damit sollen frühzeitig Anpassungsmaßnahmen erarbeitet werden, um die Organismen in den Seen und Flüssen zu unterstützen.

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Landwirt Frederik Schmoldt sagt, er habe noch Hoffnung auf einen baldigen Regen. „Das wäre wirklich ein Segen für uns.“ Aber: „Wenn das noch eine Woche so geht, werden auch wir das zu spüren bekommen. Gerade ist die kritische Zeit für den Mais und das Getreide. Das Wetter könnte hier zu einer geringeren Ernte führen.“