Lachgasexplosion setzt Müllverbrennung außer Gefecht

Oben: eine heile Lachgas-Kartusche. Unten: eine Kartusche desselben Typs, nachdem sie in einer Müllverbrennungsanlage explodiert ist.
Oben: eine heile Lachgas-Kartusche. Unten: eine Kartusche desselben Typs, nachdem sie in einer Müllverbrennungsanlage explodiert ist.

Lachgas gilt als beliebte Partydroge, obwohl Giftexperten eindringlich davor warnen. Die gebrauchten Kartuschen sorgen auch bei Hamburgs Stadtreinigung für mächtig Ärger. Regelmäßig kommt es in den Müllverbrennungsanlagen zu Explosionen. Wie die MOPO jetzt erfuhr, hat Anfang Januar eine Lachgasflasche die Anlage in Billbrook sogar zum Teil außer Gefecht gesetzt.

In der Müllverbrennungsanlage Borsigstraße gab es am 5. Januar in Linie zwei einen Knall – eine Lachgasflasche war detoniert. In der Anlage gibt es insgesamt drei Verbrennungslinien, zwei zur thermischen Verwertung von Hausmüll und eine zur Verwertung von Altholz. Auf Nachfrage sagte eine Sprecherin der Stadtreinigung, dass die Linie zwei Tage lang „aufwendig“ repariert werden musste.

Inzwischen konnte die Linie ihren Betrieb wieder vollständig aufnehmen, doch Detonationen von Lachgasflaschen bereiten der Stadtreinigung immer öfter Probleme. Zwar versuchen die Mitarbeitenden, die Kartuschen vorher herauszusortieren, wo es geht – bei häuslichem Restmüll sei das aber weitestgehend nicht möglich.

Explosionen in Müllverbrennung: Lachgas ist schuld

Teilweise gebe es mehrmals pro Woche Explosionen in der Müllverbrennungsanlage, so die Sprecherin. Das sei nicht nur gefährlich für die Mitarbeitenden, sondern verursache auch hohe Kosten. Erst im Mai letzten Jahres hatte die Stadtreinigung eine eigene Kampagne gestartet, die über die korrekte Entsorgung der Kartuschen aufklärt. In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass explodierende Kartuschen bereits für Schäden in Millionenhöhe gesorgt haben.

Die Müllverbrennungsanlage an der Borsigstraße in Hamburg-Billbrook.
Die Müllverbrennungsanlage an der Borsigstraße in Hamburg-Billbrook. Hier explodierte die Lachgasflasche (Archivbild).

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Gerade unter Minderjährigen ist Lachgas in den vergangenen Jahren zur beliebten Partydroge geworden. Das Gas wird für einen kurzen Rausch inhaliert, birgt jedoch hohe gesundheitliche Risiken. Seit dem 1. Januar ist der Verkauf von Lachgas an Minderjährige in Hamburg daher verboten.