Kundgebung soll Hamburger Olympia-Feuer entfachen – doch die Flammen lodern anderswo
Der Funke soll endlich überspringen. Die Leidenschaft der Hamburger soll entfacht werden – für die Bewerbung der Stadt als Austragungsort der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Die Befürworter von „OlympJA“ organisierten am Freitag eine aufwendige Veranstaltung am Jungfernstieg. Doch die Flammen loderten ganz woanders.
Ingo Pohlmann steht auf der Bühne am Jungfernstieg und schüttelt den Kopf. „Ich höre meine Stimme so spät, dass ich gar nicht weiß, was ich mache“, sagt der Sänger. „Ohne Technik geht’s nicht.“ Er geht zurück in den Backstagebereich.
„OlympJA“ rief zur Kundgebung am Jungfernstieg
Der erste Versuch geht daneben. Beim zweiten soll es dann klappen mit Pohlmanns Auftritt – und natürlich der Olympiabewerbung in Hamburg. Deswegen sind sie ja überhaupt erst gekommen, die ganzen Leute.

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Die Initiative „OlympJA“ hatte zu der Kundgebung am Freitagnachmittag am Jungfernstieg aufgerufen. „Ziel ist es, ein buntes Zeichen für Olympia und die Paralympics in Hamburg zu setzen – getragen von Begeisterung, Gemeinschaft und dem Glauben an die enorme Kraft einer erfolgreichen Bewerbung für die Entwicklung der Stadt“, hieß es vorab.
Bis zum 31. Mai haben die Hamburger Zeit, für oder gegen die Bewerbung zu stimmen. Andere Kandidaten sind Berlin, München und das Rhein-Ruhr-Gebiet.

Viele Sportvereine sind gekommen, dazu Prominente: DJ Alex Christensen eröffnet das Bühnenprogramm pünktlich um 16 Uhr. Der Bass dröhnt. Unterhaltungen? Unmöglich. Die „OlympJA“-Flaggen der Teilnehmer schwenken im Takt. 1400 Teilnehmer waren vor Ort, heißt es hinterher offiziell von der Polizei. Die Veranstalter hatten laut NDR eine Veranstaltung mit 5000 Teilnehmern angemeldet und auf noch mehr gehofft, um ein starkes Zeichen zu setzen.

Auf der Binnenalster ziehen Segler und Ruderer ihre Kreise, irgendwo läuft das HSV-Maskottchen Dino Hermann mit einem Staffelstab herum – und hinter der Bühne machen sich die Nächsten bereit: TV-Moderator Steven Gätjen spricht mit den drei Initiatoren Matthias Onken, Christian Gerlach und Uwe Bergmann.
Initiator Bergmann: „Diese Chance dürfen wir nicht verpassen!“
Bergmann organisierte zur WM 2006 das Fanfest. „Es war sensationell“, sagt er. Und das sei nur ein Bruchteil dessen, was Hamburg bei Olympia erwarten würde. „Diese Chance dürfen wir nicht verpassen!“
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Onken räumt im Gespräch ein, dass es sicher auch Gründe gebe, kritisch zu sein. Skeptiker sorgen sich mitunter um Kosten, Nachhaltigkeit und neue Baustellen in der Stadt. Umso wichtiger sei laut Onken der Austausch, um ein Konzept zu finden, hinter dem möglichst viele Hamburger stehen.

Plötzlich steigen dicke Rauchschwaden in der Nähe des Alsterhauses auf. Eine brennende Pappe war bei Schweißarbeiten am Jungfernstieg/Ecke Große Bleichen in einen Schacht gefallen. Dabei sollte an diesem Nachmittag doch eigentlich nur die Olympia-Begeisterung der Hamburger entfacht werden.

Kleine Gruppe bleibt bis zum Schluss
Zum Ende der Veranstaltung bleibt nur ein kleiner, standhafter Kern an Teilnehmern. So klein, dass alle Pohlmann verstehen können, als er zum zweiten Mal auf die Bühne tritt – diesmal ganz ohne Mikrofon. „Wenn jetzt Sommer wäre“, singt er, die Menge stimmt mit ein.
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Was wäre, wenn…? Die große Frage des Tages. Was wäre, wenn Hamburg sich für Olympia bewirbt? Wenn jetzt Sommer wäre, wüssten die Hamburger mehr.
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