Kulturhaus nach Millionen-Sanierung eröffnet: Am Ende wurde es noch teurer

Die Schlüsselübergabe im Bürgerhaus Harburg
Nach monatelanger Modernisierung ist das Bürgerhaus Harburg wieder geöffnet – am 11. Mai wurde der symbolische Schlüssel an die Stiftung Kultur Palast Hamburg übergeben.

Monatelang wurde das Bürgerhaus Harburg modernisiert, nun hat es wieder geöffnet. Am Montag, 11. Mai, wurde der symbolische Schlüssel an die Stiftung Kultur Palast Hamburg übergeben. Der Haken: Die Sanierung war teurer als geplant.

Das Ziel der Sanierung: einen multifunktionalen, zukunftsfähigen und barrierefreien Begegnungsort in Harburg schaffen. Der Senat spricht von einem „bedeutenden Schritt” für die kulturelle und städtebauliche Entwicklung Harburgs und einem „Meilenstein in der Gebietsentwicklung”. Schon einen Tag nach der Übergabe geht es los: Mit der Internationalen Computer Music Conference (ICMC) 2026 startet das Pre-Opening in den neuen Räumen in der Harburger Innenstadt.

Saal, Gruppenräume, Eingangsbereiche und Sanitäranlagen des über 40 Jahre alten, denkmalgeschützten Bürgerhauses wurden in den vergangenen Jahren saniert und barrierefrei umgebaut. Und auch Veranstaltungstechnik, Lüftung und Teile des Dachs sind neu. Zuletzt waren 2022 die Fenster des Gebäudes saniert worden. Der ursprüngliche Charakter des Denkmals bleibt auch in Zukunft erhalten – die Planung erfolgte gemeinsam mit dem Denkmalschutz.

Neun Millionen Euro kostet die Sanierung des Bürgerhaus Harburg

Rund neun Millionen Euro flossen insgesamt in das Projekt. Den größten Anteil trägt mit 6,2 Millionen Euro das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE). Dazu kommen Mittel der Finanzbehörde, des Sanierungsfonds Hamburg 2030, Klimaplanmittel, der Quartiersfonds und Beiträge der Bezirksversammlung Harburg.

Ursprünglich waren für den Umbau rund 7,6 Millionen Euro eingeplant – so der Stand im Oktober 2025. Das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) fördert davon rund 4,8 Millionen Euro. Die Stadt Hamburg stellte damals zusätzlich 550.000 Euro für 400 Stühle und 120 Tische zur Ausstattung des großen Saals zur Verfügung.

Jens Kerkhoff aus der Geschäftsführung des Gebäudemanagements Hamburg erklärte: „Die Modernisierung des Bürgerhauses Harburg war eine anspruchsvolle Aufgabe.“ Dabei habe der Fokus auf der Verbindung von Denkmalschutz und moderner Nutzbarkeit gelegen.

Große Unterstützung für das Bürgerhaus Harburg aus der Politik

Finanzsenator Andreas Dressel betont die Bedeutung von Bürgerhäusern als Orte der Begegnung in den Stadtteilen. „Ich sehe es als unsere Aufgabe als Stadt, solche Orte zu hegen und zu pflegen”, sagt er. Auch Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein wertet die Modernisierung des Bürgerhauses positiv für die Entwicklung der Harburger Innenstadt. Sie stärke das kulturelle Angebot und damit die Attraktivität. Bezirksamtsleiter Christian Carstensen sieht im Bürgerhaus sogar einen „Leuchtturm für den Kulturstandort”.

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Die Stiftung Kultur Palast kündigte an, nach Abschluss der Bauarbeiten am 4. September mit dem Eröffnungsprogramm zu beginnen. Neben bestehenden Angeboten sollen auch neue Formate entstehen. Dörte Inselmann von der Stiftung Kultur Palast Hamburg spricht von „einem Treffpunkt für alle Generationen und alle hier lebenden Nationen“. Das Problem: Es fehle noch an Fördermitteln und Spenden – insbesondere in der Kinder- und Jugendkulturarbeit –, um eine qualitativ gute und nachhaltige Teilhabe zu gewährleisten.