Kühne-Oper im Haushaltsausschuss: Brosda verteidigt das teure „Geschenk“

Kommt hier eine Oper hin? Klaus-Michael Kühne will der Stadt ein zweites Opernhaus am Rand der HafenCity „schenken“.
Kommt hier eine Oper hin? Klaus-Michael Kühne will der Stadt ein zweites Opernhaus am Rand der HafenCity „schenken“.

Hamburg soll in der HafenCity eine neue Oper bekommen, dank der Schenkung des Milliardärs Klaus-Michael Kühne. Doch dieses „Geschenk“ ist schon länger hochumstritten. Am Dienstag diskutierte der Haushaltsausschuss der Bürgerschaft zu dem Thema. Immerhin kämen auf die Stadt trotzdem mehrere hundert Millionen Euro Kosten zu. Kultursenator Carsten Brosda (SPD) verteidigte die Investition, außerdem wurde darüber entschieden, ob es noch eine öffentliche Anhörung der Kritiker geben wird. Und der Elbtower kam auch nochmal ganz kurz ins Spiel.

Eine Sache betonte Kultursenator in dieser Sitzung am Dienstagabend mehrfach: Eine Sanierung des bestehenden Opern-Gebäudes an der Dammtorstraße würde die Stadt mehr als eine Milliarde Euro kosten. Schließlich gehe es „nicht nur ums Ausbessern“, sagte er. Es handele sich um eine grundlegende Sanierung und ums Fitmachen der Spielstätte für die Zukunft. „Dazu kommen Risiken einer Neugenehmigung des Betriebs, Kosten für eine Ersatzspielstätte und der Denkmalschutz“, zählte er auf.

Kühne-Oper laut Brosda deutlich billiger als Sanierung

Im Gegensatz dazu stünden die geringeren Kosten beim Neubau der Oper durch die Kühne-Stiftung: Mit 147,5 Millionen Euro würde sich die Stadt an dem Neubau beteiligen, alle weiteren Kosten und Risiken trage die Stiftung. Weitere 104 Millionen Euro fielen an für die Herrichtung des Grundstücks am Baakenhöft und circa 95 Millionen Euro, um die bestehende Oper bis zum Umzug in die HafenCity fit zu halten.

Glasfassade der Hamburger Oper
Die Hamburger Staatsoper soll in die HafenCity ziehen, das denkmalgeschützte Gebäude zum Theater werden.

In der Opposition ist man trotzdem nicht überzeugt. „Mich würde die Grundlage für diese Zahlen interessieren“, sagte Marco Hosemann von den Linken. „Es gab 2020 schon einmal eine Untersuchung, was eine Sanierung der Oper kosten würde. Dort war unter anderem von gerade einmal 11,2 Millionen Euro für einen Übergangsstandort die Rede.“

Berechnet hat die Zahlen die städtischen Immobiliengesellschaft Sprinkenhof. Deren Geschäftsführer Martin Sowinski erklärte sich im Ausschuss bereit, die Studie im Detail vorzulegen. „Seit 2020 gab es eine enorme Kostenentwicklung im Bausektor“, erklärte er. Elf Millionen Euro für einen Übergangsstandort halte er ebenfalls für unrealistisch, ergänzte Senator Brosda. Dieser müsse ja erst einmal errichtet werden inklusive Bühne und Orchestergraben.

Oper-Neubau in der HafenCity: Gibt es keine Alternative?

Aber gäbe es kein anderes Gebäude, in dem der Opernbetrieb unterkommen könnte, hakte Linken-Politiker Hosemann nach. „Zum Beispiel die Laeiszhalle?“ „Wie wäre es denn mit dem Elbtower?“, witzelte SPD-Finanzsenator Andreas Dressel, der ebenfalls im Ausschuss zu Gast war.

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Doch es wurde gleich wieder ernst. „Es gibt kein anderes Theatergebäude, dass sich für die Oper als Übergang eignet, auch nicht die Laeiszhalle“, erklärte Dressels Parteifreund Brosda. „Wenn das Orchester auf die Bühne müsste, wäre ja alles schon voll.“

Kühne-Oper: Öffentliche Anhörung ist vom Tisch

Und dann ging es noch kurz um die Forderung mehrerer Vereine und Initiativen, die in einem offenen Brief gefordert hatten, eine öffentliche Anhörung zur Oper zu ermöglichen. Immerhin sei bislang hauptsächlich mit Kühne und hinter verschlossenen Türen verhandelt worden.

Unterzeichner sind unter anderem das Netzwerk HafenCity e.V. und der Denkmalverein. „Das ist eine weitreichende Entscheidung für die Stadt und ich finde das gerechtfertigt“, erklärte Hosemann, der einen entsprechenden Antrag dafür stellte. Dieser wurde allerdings von allen Parteien, außer der Linken, abgelehnt.

Kühne-Oper: Haushaltsausschuss gibt grünes Licht

Anfang Februar hatten der 87-jährige Milliardär Kühne sowie die Stadt Hamburg den Vertrag zum Bau einer neuen Oper unterschrieben. Darin festgehalten ist, stark verkürzt: Der in Hamburg geborene Kunstmäzen baut mit seiner Stiftung ein Opernhaus für rund 330 Millionen Euro in der HafenCity – und das Risiko für Kostensteigerungen trägt allein die Stiftung. „Ein Glücksfall für Hamburg, die Opernkunst und für die Steuerzahler“, frohlockte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) damals.

Der Haushaltausschuss gab am Dienstagabend grünes Licht für diesen Vertrag. Final muss allerdings noch die Bürgerschaft zustimmen. Ende des Jahres könnten bereits die ersten Architektur-Entwürfe präsentiert werden.